Leipzig - Ein Polizeieinsatz im Leipziger Zentrum endete am Dienstagnachmittag für zwei Beamte schmerzhaft. Am Ende stellte sich allerdings heraus, dass die zuvor von Zeugen gemeldete Situation ganz anders verlaufen war.
Diese hatten die Polizisten gegen 14 Uhr im Bereich Löhrstraße/Tröndlinring angesprochen, nachdem sie einen vermeintlichen Sprayer dabei beobachtet hatten, wie der wohl gerade ein Graffiti an einer Hauswand anbrachte.
Die zwei Beamten - eine 19-jährige Frau und ein 29 Jahre alter Mann - nahmen daraufhin die Verfolgung des Verdächtigen (31) auf, berichtete Polizeisprecher Tom Erik Richter am Mittwoch. Trotz der Aufforderung stehenzubleiben, flüchtete der Mann zunächst vor den Uniformierten.
Diese konnten den 31-Jährigen schließlich stellen, "wobei er sich jedoch so heftig wehrte, dass beide Beamte verletzt in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten", so Richter. "Beide waren daraufhin nicht mehr dienstfähig."
Doch dann folgte die Überraschung: Als die Polizei den Tatort überprüfte, stellte sie fest, dass sich das Graffiti bereits längere Zeit an der Hauswand befunden haben muss.
Der Mann hatte es lediglich mit einem Sticker überklebt, was die Zeugen aber offenbar nicht gesehen haben.
Das ändert allerdings nichts daran, dass gegen den 31-Jährigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte Ermittlungen aufgenommen wurden.