Leipzig - Es war die erste bestätigte Sichtung einer Asiatischen Hornisse in Sachsen. Vor zwei Wochen rief das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Leipziger auf, nach dem Nest des Eindringlings zu suchen. Jetzt wurde es nahe einer Kirche gefunden - und schockgefrostet.
Es war das Video eines Imkers, das den ersten Nachweis der Asia-Hornisse in Sachsen brachte. Weil die invasive Art Honigbienen ganz oben auf ihrem Speiseplan hat, sich zudem rasend schnell fortpflanzt, war bei der Suche nach dem Nest Eile geboten.
"Wir haben in dem betreffenden Gebiet in Leipzig-Grünau insgesamt 35 Dochttöpfe aufgestellt, um herauszufinden, aus welcher Richtung die Hornissen anfliegen", berichtet Hornissen-Experte Philipp Schwertfeger (30), der die Suchmaßnahmen koordinierte.
In den Töpfen waren Tinkturen aus Zuckerwasser und angegorener Hefe. Auch Gemische aus Schwarzbier, Süßwein, Sirup und Essig würden verwendet, um Asiatische Hornissen anzulocken, so Schwertfeger.
Am Dienstag hatte die Methode dann den gewünschten Erfolg. Ein angelocktes Tier verriet den "Jägern" die Flugbahn zum Nest, das in 40 Metern Höhe im dichten Geäst einer auf dem Areal der Grünauer Pauluskirche stehenden Lärche hing. Mithilfe der Feuerwehr und weiteren Hornissen-Experten aus Dresden und Stendal startete Schwertfeger die "Remigration" des asiatischen Zuflüglers.
Warum wurden Nest und Hornissen schockgefrostet?
"Mit einem speziellen Staubsauger haben wir alle Tiere von der Drehleiter der Feuerwehr aus abgesaugt, danach das fußballgroße Nest in eine Tüte gesteckt und es später gefrostet", fasst der Imker die stundenlange Bergeaktion zusammen.
Da Asiatische Hornissen ihr Nest aggressiv verteidigen, trugen die Experten stichfeste Spezialanzüge und nutzten eine Teleskopstange. Es seien mehrere Hundert Hornissen gewesen, schätzt Schwertfeger.
Und warum wurden Nest und Hornissen danach schockgefrostet? "Damit kein Tier überlebt, müssen etwa minus 25 Grad anliegen. Anschließend werden die toten Hornissen gezählt, gewogen und untersucht", erklärt Schwertfeger. Das leere Nest soll zu Anschauungszwecken für die Schulung von Imkern zu Hornissen-Sachverständigen aufbewahrt werden.
Für die Sichtung weiterer Asiatischer Hornissen wurde inzwischen ein Meldeportal eingerichtet: www.velutina-sachsen.de.