Crowdsurfer, Moshpit, pure Eskalation: Deine Cousine reißt Leipzig ab

Von Christian Grube

Leipzig - Sie ist nicht meine Cousine, sie ist Deine Cousine – und sie weiß, wie der Abend endet. So könnte man das Konzert am Freitagabend kurz und knapp zusammenfassen. Okay, es ist auch der Titel ihrer aktuellen Tour. TAG24 hat sich die Show im Leipziger Haus Auensee angesehen. Die Niedersächsin Ina Bredehorn (40), besser bekannt als Deine Cousine, reißt mit ihrer Band den altehrwürdigen Konzertsaal im Leipziger Nordwesten ab.

Deine Cousine alias Ina Bredehorn (40) gibt Freitagabend auf der Bühne im Leipziger Haus Auensee Vollgas.  © Christian Grube

Bereits vor einigen Monaten hatte sie in der Region Station gemacht – damals beim Highfield Festival, das sie ebenfalls ordentlich aufmischte.

Das Haus Auensee ist nahezu ausverkauft. Pünktlich um 21 Uhr läuten "Schrei nach Liebe" und "Your Love" den Konzertabend ein. Das Publikum singt sich warm, dann fällt der Vorhang. Das Bühnenset erinnert ein wenig an den Hamburger Hafen.

Für den Auftakt hat es sich Deine Cousine auf einem Schiffscontainer gemütlich gemacht. Mit "Ich weiß wie der Abend endet" gibt sie anschließend die Marschrichtung vor: dreckig, laut, direkt und mit einer ordentlichen Portion Trotz.

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Deine Cousine steigt auf die Podeste, sucht die Nähe zur ersten Reihe und stachelt die Fans an. Es dauert gefühlt keine 30 Sekunden, bis die ersten Crowdsurfer über die Köpfe hinweggetragen werden und sich ein Moshpit bildet.

Deine Cousine ist eine Urgewalt auf der Bühne. Das hat auch Udo Lindenberg erkannt, mit dem Bredehorn seit fast zehn Jahren regelmäßig zusammenarbeitet.

Mit im Gepäck hat sie ihr aktuelles Album "Freaks". Genau wie auf der Platte nimmt Ina Bredehorn auch in Leipzig kein Blatt vor den Mund. Ihre Texte sind direkt, ungeschönt und geradeheraus.

Vielleicht ist es genau das, was die deutsche Musikszene derzeit braucht. Deine Cousine lässt sich nicht verbiegen, zieht ihr eigenes Ding durch – und genau das macht sie so authentisch.

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Mit ihrer energiegeladenen Performance bringt Deine Cousine das Publikum zum Toben.  © Christian Grube
Crowdsurfer und Moshpit inklusive: Bei Deine Cousine bleibt im Haus Auensee niemand lange ruhig.  © Christian Grube

Ganz nah dran: Deine Cousine mischt die Punkrock-Szene auf

Nach zwei Stunden Vollgas war sicher nicht nur das Publikum durch.  © Christian Grube

Musikalisch gibt es ordentlich auf die Zwölf. Irgendwo zwischen Rock, Punk und Pop angesiedelt, liefert die Band einen kompromisslosen Sound.

Kein Wunder, dass Die Toten Hosen und Die Ärzte sie regelmäßig als Support verpflichten und sie auf den Festivals der Republik längst ein gern gesehener Gast ist.

Was ein Konzert von Deine Cousine besonders macht, ist allerdings nicht nur die Energie auf der Bühne, sondern vor allem die Nähe zu den Fans.

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Berührungsängste kennt die Sängerin nicht. Sie sucht immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum. Und natürlich darf auch ein eigener Abstecher in den Moshpit nicht fehlen.

Nach rund zwei Stunden ist Schluss. Das Publikum wirkt, als hätte es gerade selbst einen Marathon hinter sich. Schweiß, heisere Stimmen und jede Menge erschöpfte Gesichter sprechen für sich.

Wenn Deine Cousine dieses Tempo beibehält, könnte sie tatsächlich eine legitime Nachfolgerin der Toten Hosen werden. Zumindest an diesem Abend im Haus Auensee hat sie eindrucksvoll bewiesen, dass sie das Zeug dazu hat.

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