Lichtfest als Höhepunkt: So erinnert Leipzig an die Friedliche Revolution 1989
Von André Jahnke
Leipzig - Mit zahlreichen Veranstaltungen erinnert die Stadt Leipzig an die Friedliche Revolution von 1989. Höhepunkt ist das Lichtfest am 9. Oktober, wie die Stadt mitteilte. Dabei ziehen jedes Jahr Tausende Menschen mit Kerzen durch Sachsens größte Stadt.
Zuvor gibt es in der Nikolaikirche ein Friedensgebet (17 Uhr). In seiner Predigt schlägt Joachim Jeska eine Brücke von Osnabrück nach Leipzig und bekräftigt die gemeinsame Verantwortung beider Städte für den Frieden. Musikalisch begleitet wird das Friedensgebet vom Bachchor.
Anschließend hält die deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook die Rede zur Demokratie in der Nikolaikirche. Die Expertin für US-Politik und internationale Beziehungen gilt als eine der profiliertesten transatlantischen Stimmen der Gegenwart.
Am Beispiel der Entwicklungen in den USA beschäftigt sie sich mit Angriffspunkten von innen auf liberale Demokratien und zeigt, wie dieselben Muster auch in Europa zu beobachten sind.
Beim abschließenden Lichterfest verbinden verschiedene Installationen, Performance und Bilder von 1989 die Geschichte mit der Gegenwart. Das Kerzenpodest in Form einer 89 an der Thomaskirche bildet einen stillen Moment des Gedenkens, aber auch die Möglichkeit des Austauschs mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Am 9. Oktober 1989 hatten mindestens 70.000 Menschen in Leipzig demonstriert. Die Staatsmacht schritt nicht ein. Diese große Demonstration gilt als entscheidend auf dem Weg zum Mauerfall einen Monat später.
Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa
