Leipziger Antrag auf Mittagsschlaf im Rathaus: Ironische Reaktionen aus Sachsen

Leipzig - Der Leipziger Stadtratsantrag für Mittagsschlaf in der Verwaltung löst ironische Reaktionen in den anderen zwei Großstädten Sachsens aus.

Auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung stand dank der Satire-Truppe "Die Partei" in der vergangenen Woche ein witziger Vorschlag.
Auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung stand dank der Satire-Truppe "Die Partei" in der vergangenen Woche ein witziger Vorschlag.  © Peter Endig/dpa

"Ein wenig neidisch schauen wir nun nach Leipzig", sagte etwa eine Sprecherin des Dresdner Rathauses auf Anfrage der dpa. "Sollte es der Rat dort schaffen, das durchaus verbreitete Image der Verwaltung so zu legitimieren?"

Thomas Kumbernuß (52), Mitglied der Satire-Truppe "Die Partei", hatte erreicht, dass das Thema auf die Tagesordnung des jüngsten Leipziger Stadtrats gesetzt wurde. Darüber hat unter anderem die Leipziger Volkszeitung in der vergangenen Woche berichtet.

Laut einer Sprecherin der Stadt wurde der Antrag zunächst in den Fachausschuss Allgemeine Verwaltung verwiesen. "Eine Diskussion im Rat zu diesem Antrag ist erst zu erwarten, wenn er diese Beratungen durchlaufen hat, er steht dann als 'Antrag zur Beschlussfassung' erneut auf der Tagesordnung der Ratsversammlung."

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Kumbernuß hatte vorgeschlagen, die Idee im Zuge eines Pilotprojekts zu testen. "Langfristig wird die Einführung des Mittagsschlafes für die gesamte Belegschaft angestrebt", heißt es im Antrag.

Der Mittagsschlaf solle dann als Arbeitszeit gelten und angeblichen Missständen wie "Überlastung, Bearbeitungsstau und insgesamt ungesunden Arbeitsverhältnissen" in der Verwaltung entgegenwirken.

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Es solle ein Mittagsschlaf in der Verwaltung eingeführt werden, um Überlastung und ungesunde Arbeitsverhältnisse zu vermeiden.
Es solle ein Mittagsschlaf in der Verwaltung eingeführt werden, um Überlastung und ungesunde Arbeitsverhältnisse zu vermeiden.  © Monique Wüstenhagen/dpa

Auf die ungewöhnlichen Neuigkeiten aus Leipzig reagierte das Dresdner Rathaus mit Humor. Eine Sprecherin betonte die Vorteile des täglichen Mittagsschlafs. Der könne durchaus erfrischend sein, sofern er die Dauer von 20 Minuten nicht überschreite.

Regelmäßig praktiziert, wirke sich das Nickerchen positiv auf das Herzkreislauf-System aus, baue Stress ab und verbessere die Stimmung. "Und was ist besser als eine gut gelaunte Verwaltung, vor allem für die Bürger?"

Ein entsprechender Antrag sei in Dresden allerdings noch nicht gestellt worden, heißt es weiter aus dem Rathaus. Innerhalb des betrieblichen Gesundheitsmanagements hätten Mitarbeiter aber die Möglichkeit, ihre Konzentration und Motivation zu stärken.

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"Kurze autogene Übungen und Augentrainingskurse sowie Yoga werden angeboten. Auch ein Bewegungsangebot "Fit in der Pause" gibt es – aber das ist dann eher das Gegenteil des Mittagsschlafes."

Ein Sprecher der Stadt Chemnitz sagte, dass ihm Initiativen für Mittagsschlaf nicht bekannt seien. Er werde die Frage aber an sein Team weiterleiten, fügte er ironisch hinzu. "Ich werde auch nicht davor zurückschrecken, bei fehlender Zuarbeit diese Kolleginnen und Kollegen per Anruf zu wecken und entsprechend zur Eile anzutreiben."

Titelfoto: Bildmontage: Peter Endig/dpa, Monique Wüstenhagen/dpa

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