Leipziger Neuseenland: Schiffsverbindung dauerhaft gekappt! Steinwall soll undichten Kanal stützen

Markkleeberg - Die wassertouristische Kanalverbindung zwischen Markkleeberger und Störmthaler See wird wohl auf Jahre gekappt bleiben. Noch immer ist die Ursache der Böschungsschäden nicht gefunden. Ein großer Stützwall aus Wasserbausteinen soll vorerst das Zusammenrutschen des auf Bergbau-Kippengelände errichteten Kanals verhindern.

Mit einem Bagger wurde der Stützwall für den Kanal aufgeschüttet.
Mit einem Bagger wurde der Stützwall für den Kanal aufgeschüttet.  © LMBV/Anika Dollmeyer

Im März 2021 waren die Böschungsschäden an der Kanuparkschleuse erstmals aufgefallen. Weil die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, eine Überflutung von Teilen Markkleebergs drohte, wurden beide Seen über Monate gesperrt.

Inzwischen ist die größte Gefahr gebannt, der Kanal durch riesige Spundwandriegel vor und hinter der Schleuse gekappt.

Doch auf Markkleeberger Seite sickert noch immer Wasser durch die Böschungen. Die Ursache sei weiter unklar, ein geotechnisches Gutachten solle bis Jahresende vorliegen, sagt Claudia Hermann, Sprecherin des Bergbausanierers LMBV.

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Um die teilweise ins Rutschen geratenen Böschungen zu stabilisieren, sind in den vergangenen Wochen tonnenweise Wasserbausteine in den unteren Vorhafen der Schleuse verklappt worden.

Mit Baggern wurden sie zu einem hakenförmigen Stützwall geformt, der ein Zusammenrutschen des Kanals verhindern soll.

Inzwischen ist wieder Wasser im Vorhafen. Am Rande des Kanals führt die blaue Heberleitung entlang, die überschüssiges Wasser aus dem Störmthaler in den Markkleeberger See leitet.
Inzwischen ist wieder Wasser im Vorhafen. Am Rande des Kanals führt die blaue Heberleitung entlang, die überschüssiges Wasser aus dem Störmthaler in den Markkleeberger See leitet.  © Ralf Seegers
Schon im vergangenen Jahr wurden Spundwände in den Kanal getrieben, um ihn zu sichern.
Schon im vergangenen Jahr wurden Spundwände in den Kanal getrieben, um ihn zu sichern.  © Jan Woitas/dpa

24 Drucksonden kommen ins Erdreich

Um weiteren Druck vom Kanal zu nehmen, wurde zudem eine Heberleitung installiert. Überschusswasser aus dem um 4,20 Meter höher gelegenen Störmthaler See wird so in den Markkleeberger geleitet.

Als nächsten Schritt lässt die LMBV entlang des Kanals 24 Drucksonden ins Erdreich einbringen. "Sie dienen der Erkundung der geotechnischen und hydrogeologischen Randbedingungen und Prozesse", so Hermann.

Wann es wieder eine Kanalverbindung zwischen beiden Seen geben wird, steht in den Sternen. Die LMBV will aktuell keine Prognose abgeben.

Titelfoto: LMBV/Anika Dollmeyer

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