Leipzig - Die Stadt Leipzig bezieht ihren Weihnachtsbaum dieses Jahr aus dem Sauerland. Der nächste Weg ist das nicht. Das Vogtland oder das waldreiche Erzgebirge, von mir aus auch der Thüringer Wald, liegen bedeutend näher. Hätte sich da nicht ein stattliches und gleichzeitig passendes Exemplar für den Marktplatz der Halbmillionenstadt finden lassen? Und wäre das nicht irgendwie "patriotischer" oder, sagen wir "heimatnäher" gewesen, als den Baum der Bäume aus NRW zu beziehen? Ein Kommentar.
Zugegeben: Mit Begriffen wie "Patriotismus" oder "Heimat" ist in Zeiten, in denen die politische Landkarte vieler Bundesländer in Deutschland blitzeblau leuchtet und in Europa Rechtspopulisten wie Pilze aus dem Boden sprießen, nicht zu spaßen.
Aber wenn Sie wissen wollen, was ich meine, fragen Sie doch einfach mal einen Erzgebirger, was Weihnachten und Heimat miteinander zu tun haben. Aber das nur nebenbei.
Nochmal: Hätte sich für den Leipziger Markt nicht was Hiesiges finden lassen? Und wäre das nicht preiswerter gewesen? Die Antwort lautet ja und nein!
Ja, weil mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine ganze Reihe passender Exemplare in gar nicht mal so weiter Ferne vor sich hin wachsen.
Nein, weil die entweder unter Schutz stehen, der Ort, wo sie wachsen, unzugänglich ist oder weil sie schlicht und ergreifend und ganz offenbar teurer sind.
Ob sie wollen oder nicht: Kommunen müssen ausschreiben
Und da sind wir beim Kern: Kommunen müssen Leistungen, die sie in Anspruch nehmen wollen, ausschreiben, und sie sind verpflichtet, das günstigste davon zu nehmen. Wenn das aus dem Sauerland kommt - bitte schön!
Freuen wir uns lieber, dass sich die Städte und Gemeinden in Sachsen angesichts der Schuldenmisere überhaupt noch Weihnachtsbäume leisten können. Wer weiß, wie lange noch ...