Covenant-Ansiedlung in Leipzig: Raketenbauer hat ersten Kunden und sucht jetzt Mitarbeiter

Leipzig - Schwerter zu Pflugscharen: Die Ansiedlung der US-Rüstungsfirma Covenant im Leipziger Norden bekommt erneut Gegenwind. Das Unternehmen hat derweil bereits den ersten Großkunden.

Lenkflugkörper des Typs Anthem in Leipzig: Die Bestückung mit Sprengstoff soll nach Unternehmensangaben erst vor Ort bei den Kunden erfolgen.  © Jan Woitas/dpa

Dänemark hat als erstes europäisches Land angekündigt, die "Anthem"-Marschflugkörper von Covenant kaufen zu wollen. Wie viele und zu welchem Preis, das behielt das Verteidigungsministerium für sich.

Den Russen gefällt der Coup gar nicht. Laut "Reuters" hat die russische Botschaft in Kopenhagen bereits vor "unvermeidlichen katastrophalen Folgen" gewarnt.

Das erst 2024 gegründete Rüstungsunternehmen Covenant mit Sitz in der US-Hauptstadt Washington will eigenen Angaben zufolge ab 2027 Marschflugkörper des selbst entwickelten Systems "Anthem" produzieren, ab 2028 insgesamt 5000 Stück pro Jahr.

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Anfang des Monats bezog Covenant dazu eine 10.000 Quadratmeter große Halle in der Messestadt.

Das passt nicht jedem: Die BSW-Stadtratsfraktion hat eine Befragung zu Covenant im Zuge der Oberbürgermeisterwahl am 21. Februar beantragt.

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Der dänische Verteidigungsminister Jeppe Bruus Christensen (in Zivil) kündigte den Kauf von Anthem-Marschflugkörpern an.  © IMAGO/Ritzau Scanpix
Diese Halle hat Covenant Anfang des Monats bereits bezogen. Mit einer Grundfläche von 10 000 Quadratmetern soll sie zum größten Produktionsstandort des Unternehmens werden.  © privat

OB-Kandidat Recke: Covenant-Ansiedlung gefährdet Bevölkerung

BSW-Fraktions-Chef Eric Recke (39) will die Covenant-Ansiedlung stoppen.  © EHL Media

"Für eine derart fundamentale Richtungswende, dass mit Covenant das erste Mal seit den zwei Weltkriegen wieder Kriegswaffen im großen Stil auf Leipzigs Grund und Boden gefertigt werden sollen, muss die Stadt die Meinung der Bürger einholen", erklärte der BSW-Fraktionsvorsitzende Eric Recke (39).

Rechtlich bindend wäre eine eventuelle Ablehnung des Vorhabens aber nicht. Recke hofft für diesen Fall aber dennoch auf Initiativanträge der Stadtratsfraktionen.

"Wir gehen davon aus, dass die Covenant-Ansiedlung die Arbeits- und Wohnbevölkerung im Angesicht hybrider Kriegsführung, Anschlagsgefahren und potenzieller Raketenschläge unverhältnismäßig gefährdet", erklärte Recke auf Anfrage.

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Um die Rüstungsproduktion zu verhindern, hat die BSW-Fraktion zudem einen Antrag auf Nutzungsänderung im Bebauungsplan gestellt.

Unbeeindruckt davon sucht Covenant bereits nach Mitarbeitern für Leipzig. Auf der Homepage sind unterschiedliche Positionen ausgeschrieben, wie Geschäftsführer, IT-Manager, Operativer Verkäufer bis hin zu Produktionsmitarbeitern. Wie viele Stellen zu besetzen sind, dazu äußerte sich Covenant bisher nicht.

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