Markkleeberg - Nach 26 Jahren auf dem Cospudener See endet im November eine Ära. Die 2019 vor der Verschrottung gerettete "MS Cospuden" wird auf einer Abschlussrunde ihre letzten Dieselwölkchen in den Himmel blasen. In der kommenden Saison erlebt der 1958 gebaute Grachtendampfer seine zweite Wiederauferstehung - diesmal als Elektroboot.
Es war eine Rettung in letzter Minute. Der alte Cospuden-Kapitän Frank Sporleder (72) gab im Februar 2019 todtraurig die baldige Verschrottung seines geliebten Dampfers bekannt, weil sich weder ein Nachfolger noch ein Käufer finden ließ.
Den TAG24-Bericht darüber las damals auch der ehemalige DDR-Meister im Kanu-Rennsport Dirk Hoffsky (54). Der heutige Elektro-Unternehmer traf sich daraufhin mit Sporleder und rettete die "MS Cospuden".
Seither fährt sie unter der "Flagge" von Hoffskys neu gegründeter Freizeit-Abenteuer GmbH.
Sieben Jahre später steht nun das nächste Schicksals-Kapitel vor dem 1958 in Holland als Grachtenboot gebauten Fahrgastschiff, das die ersten Jahrzehnte durch Hamburg schipperte - der Umbau zum Elektroboot!
Letzte Diesel-Fahrt am 1. November
Der alte DAF-Diesel werde durch einen 55 Kilowatt starken Permanentmagnet-Motor ersetzt, teilte der Eigner mit. Die Energie wird eine spezielle Marine-Batterie mit einer Kapazität von 300 Kilowattstunden liefern.
"Uns war besonders wichtig, die historische Identität des Schiffes zu erhalten und gleichzeitig die Technik für die nächsten Jahrzehnte zu modernisieren", sagt der heutige Käpt'n Lukas Bennemann (35).
Die letzte Fahrt mit Dieselwölkchen soll es am 1. November geben. Danach wird der 25 Tonnen schwere Stahlkoloss von Tauchern auf einen Spezialwagen gehievt, von einem Traktor über die Slip-Bahn aus dem See gezogen und im Hafen aufgebockt.
Dort findet dann der bis April terminierte Umbau statt. Das Unternehmen gab die Investitionskosten mit rund 1,2 Millionen Euro an.