Markkleeberg - Die MS Cospuden, die über den gleichnamigen Cospudener See schippert, hat eine bewegte Geschichte. 1958 fuhr das Schiff das erste Mal in Hamburg. 2000 kam es zum Leipziger Neuseenland und 2019 war beinahe Schluss. Der Dampfer wurde nur knapp vor der Verschrottung gerettet. Ab November steht der nächste Umbau an und der ist fundamental.
Wie die Freizeit-Abenteuer GmbH, die das Schiff 2019 übernommen hat, am Dienstag berichtete, fährt die MS Cospuden im kommenden Jahr mit Elektro-Antrieb.
Der bisherige DAF-Dieselmotor mit 94 Kilowatt Leistung wird ausgebaut und ein Permanentmagnet-Motor mit 55 Kilowatt eingebaut. Die Energie soll von einer Batterie der Lehmann Marine GmbH mit einer Kapazität von 300 Kilowattstunden kommen, so die Betreiber.
Die technische Ausstattung wird im Zuge der Arbeiten ebenfalls erneuert.
Dafür investiert das Unternehmen rund 1,2 Millionen Euro. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) fördert das Projekt zusätzlich.
Die MS Cospuden fährt im November das letzte Mal mit Dieselantrieb
Die Betreiber des Ausflugsschiffes denken dabei vor allem langfristig. "Uns war besonders wichtig, die historische Identität des Schiffes zu erhalten und gleichzeitig die Technik für die nächsten Jahrzehnte zu modernisieren", so Lukas Bennemann, Geschäftsführer der Freizeit-Abenteuer GmbH, in einer Pressemitteilung.
Der umweltfreundliche Elektromotor verursacht während der Fahrt keine Abgase. Für die Umgebung und die Gäste bedeutet der neue Antrieb mehr Ruhe, denn die Motorengeräusche werden deutlich reduziert.
Am Erscheinungsbild des Schiffes wird nichts verändert, versicherten die Verantwortlichen.
Die letzte Fahrt mit dem Dieselmotor findet am 1. November 2026 statt. Über die Wintermonate wird die MS Cospuden dann umgebaut. Passend zur neuen Saison im April 2027 erstrahlt der Dampfer dann in neuem Glanz und wird wieder wie gewohnt über den Cospudener See in der Nähe von Leipzig schippern.