Leipzig - Mahlzeit! Am Mittwoch hat das erste Roboter-Restaurant Sachsens in den Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig eröffnet. TAG24 wollte wissen, wie das "Robyn's" funktioniert und vor allem, wie's schmeckt.
Am Eingang zum Hauptbahnhof läuft zur Entspannung morgens um 10 Uhr moderne klassische Musik. In der Bahnhofshalle fährt ein Lautsprecher mit der Ankündigung einer 35-minütigen Zugverspätung das Stresslevel wieder hoch.
Und einen Stock tiefer kaut Lea (26) aus Oschatz an ihren "Pancakes mit Blaubeeren". Sie hebt den Daumen. "Schmeckt besser, als wenn man's zu Hause kocht", sagt sie. Und es sei günstig im Vergleich zu anderen Angeboten, schiebt sie mit vollem Mund und einem angedeuteten Grinsen hinterher.
Wir probieren es aus: Auf dem Display stehen 14 Gerichte. Porridge ist dabei, Udon-Nudeln oder "Caesar Salad". Für mich soll's der Kaiserschmarrn mit Apfelmus sein. Dreimal mit dem Finger tippen, EC-Karte ans Lesegerät halten. Fertig. Cash? No way! Alles bargeldlos.
Ein paar Schritte weiter rotieren hinter der Glasscheibe des Kochroboters schon die Töpfe, in einem davon der Schmarrn. Zweimal greift ein Roboterarm für Zutaten nach hinten - wohin genau, ist nicht zu sehen.
Sechs Minuten nach der Bestellung wartet das Gericht in einem Ausgabefach, das sich mit dem Code auf dem Kassenbon öffnen lässt, wie an einer Paketstation. Geschmack? Lecker! Preis: 7,90 Euro.
Leipziger Hauptbahnhof ist für Betreiber Florian Schneider der perfekte Standort für das "Robyn's"
Das "Robyn's" ist klein, Sitzplätze gibt es nicht. Erfinder und Chef Florian Schneider (50) ist kaum zu übersehen. Ein Jahr und 100.000 Euro hat der Marketing-Profi, der lange für Dr. Oetker und die Franchise-Kette Vapiano gearbeitet hat, in das Projekt investiert.
"Ich hätte mir keinen besseren Standort vorstellen können", sagt der Hamburger. Wieso Leipzig? "Wir wollten einen Standort mit viel Laufkundschaft in einer Einkaufs-Mall oder einem Bahnhof. Hier haben wir beides."
In ein paar Wochen will er schauen, was ankommt, was nicht, und die Karte anpassen.
Jannik von Rickenbach (35) von "SMYZE" hat interessiert zugehört. Die Schweizer Firma hat den Getränke-Roboter konstruiert. "Unsere Roboter haben schon rund 400.000 Getränke ausgeschenkt", sagt er. Eins reicht, ein "Flat White", ein Kaffee. Könnte heißer sein, aber schmeckt auch.
Florian Schneider schaut auf die Glasscheibe des Kochroboters. "150 Essen müssen wir täglich verkaufen", sagt er. Dann lohnt sich das "Robyn's". Na dann, viel Erfolg!