"Sonnenmilch-Flatrate" für Bauarbeiter in Leipzig

Leipzig - Die IG BAU Nord-West-Sachsen fordert für alle "Draußen-Jobber" eine Sommer-Flatrate für Wasser und Sonnencreme.

Diese Faustregel hilft: Wenn der eigene Schatten kleiner ist als die Körpergröße, dann ist die Gesundheitsgefahr besonders hoch. Zwischen 12 und 14 Uhr sollte der Großteil der Arbeiten in den Schatten verlegt werden.
Diese Faustregel hilft: Wenn der eigene Schatten kleiner ist als die Körpergröße, dann ist die Gesundheitsgefahr besonders hoch. Zwischen 12 und 14 Uhr sollte der Großteil der Arbeiten in den Schatten verlegt werden.  © IG BAU

Bauarbeiter, Fassadenreiniger oder andere Arbeiter im Freien in Leipzig sollen gesund durch den Sommer kommen.

"Wer unter freiem Himmel arbeitet, hat ein enormes UV-Risiko. Gefährlich ist längst nicht nur der akute Sonnenbrand. Die Haut vergisst nichts. Sie sammelt die Sonnenstunden – Jahr für Jahr: Die ständige Einstrahlung lässt die Haut früher altern und kann zu Hautkrebs führen", sagt Bezirksvorsitzender der IG BAU Bernd Günther.

Günther fordert die Unternehmen auf, beim Arbeitsschutz in den Sommermodus zu schalten: "Sonnencreme und Wasser muss es für die, die draußen arbeiten, kostenlos geben. Es geht um eine Flatrate für Sonnenmilch und Wasser – bezahlt vom Chef. Wichtig dabei: Das ist kein Goodie, kein freiwilliger Service vom Betrieb. Nein, Durstlöschen ist Sache vom Chef. Genauso wie der Schutz vor intensiver Sonne."

In der Corona-Pandemie hat das mit der kostenlosen Handdesinfektion geklappt, das soll jetzt auch beim Sonnenschutz geschafft werden: "Aus Desinfektionsmittel-Spendern sollten Sonnenmilch-Spender werden. Und die muss es auf allen Baustellen geben. Überall, wo unter praller Sonne gearbeitet wird, sollte es Gratis-Sonnencreme zum Einreiben geben – aus der Tube, aus der Flasche oder am besten eben gleich aus dem Spender. Das ist gut investiertes Geld der Unternehmen in den Arbeitsschutz", sagt Bernd Günther.

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Die Niederlande machen es vor, dort soll es schon kostenlos umfunktionierte Desinfektionsspender mit Sonnencreme geben. Aber auch genügend Wasser trinken bei hohen Temperaturen ist enorm wichtig.

"Arbeitgeber sind bei Hitzearbeit verpflichtet, Wasser zur Verfügung zu stellen!"

"Mineralwasser oder kalte Tees gratis – das gehört zu jedem Sommerprogramm beim Arbeitsschutz", erklärt Bernd Günther.

Und der Gewerkschafter bringt es noch einmal deutlich auf den Punkt: "Arbeitgeber sind bei Hitzearbeit dazu verpflichtet, Wasser oder andere nicht alkoholische Getränke zur Verfügung zu stellen." Das sei in der Arbeitsstättenverordnung klar geregelt.

Für alle "Draußen Jobber" hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) Tipps zum Schutz vor UV-Strahlung online gestellt: www.bgbau.de/uv-schutz.

Titelfoto: IG BAU

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