Verletzte Soldaten im Anflug auf Sachsen: Großeinsatz auf dem Rollfeld
Leipzig - Humanitäre Hilfe für im Krieg verstümmelte Soldaten: In Leipzig landete am Mittwochnachmittag eine zum Ambulanzflugzeug umgebaute Boeing 737 mit schwer verletzten Ukrainern.
Kaum war die Maschine der skandinavischen Fluggesellschaft SAS gelandet und auf ihre Parkposition gerollt, traf eine Armada aus Krankenwagen auf dem Airport-Gelände ein. Mit einem speziellen Hubwagen und Fahrtragen wurden insgesamt zwölf Schwerverletzte aus der Boeing in die Rettungswagen transferiert.
"Bei allen Patienten handelte es sich um Soldaten, die bei militärischen Einsätzen in der Ukraine verletzt worden waren", sagte Professor Sebastian Stehr, der am Uniklinikum Leipzig die so genannten "Kleeblatt-Transporte" koordiniert.
Über das Traumanetzwerk seien sie auf Kliniken in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt verteilt worden. Patienten wurden unter anderem in das Klinikum St. Georg Leipzig, das Uniklinikum Dresden, das Klinikum Chemnitz und das Klinikum Dresden-Friedrichstadt verlegt, wo sie nach der Erstversorgung in der Ukraine weiterbehandelt werden.
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Seit 2022 rund 1900 Patienten nach Deutschland ausgeflogen
"Alle Patienten hatten sich typische Verletzungen zum Beispiel durch Splitter und Explosionen zugezogen", erklärte Stehr TAG24. Der Schwerpunkt der weiteren Behandlung in Deutschland liege auf dem Abschluss der Wundversorgung und der Vorbereitung zur Rehabilitation.
Insgesamt wurden seit April 2022 über den Kleeblatt-Mechanismus bereits rund 1900 Patienten zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen. Allein am Flughafen Leipzig finde etwa alle sechs Wochen ein Transport statt, so Stehr.
Titelfoto: Michael Strohmeyer