Sächsischer Programmierer entwickelt Computerspiele für Blinde
Leipzig/Köln - Computerspiele für Blinde, barrierefreie virtuelle Welten - dafür lebt Stefan Wilhelm (28), der Gründer der Leipziger Firma Inclusive Gaming. Vergangene Woche präsentierte er als Aussteller erstmals sein Start-up auf der weltweiten Leit-Messe Gamescom in Köln.
"Ich konnte dort das Thema inklusive Angeboten aus der Nische in den Fokus rücken", freuet sich Wilhelm.
Der Informatiker nutzte die Messe, um Software-Entwickler zu sensibilisieren und Kundenkontakte zu knüpfen.
Die Woche in Köln hat ihn inspiriert und beflügelt. Wilhelm: "Wir sind anders als andere und der Mainstream unterwegs." Ende des Jahres will seine Firma ihr Spiel "Dinonid" auf den Markt bringen - eine Art kindgerechtes Computer-Puzzle-Spiel. Es ist sowohl nach Gehör (auditiv) als auch visuell barrierefrei spielbar.
Wie kommt man auf die Idee, Computerspiele für Menschen mit Beeinträchtigungen zu entwickeln?
"Nach meinem Informatik-Studium wollte ich sozial arbeiten. Dann habe ich einen Podcast mit einem blinden Gamer gehört - das hat mich berührt. So habe ich angefangen, für diese Menschen zu programmieren", erzählte Stefan Wilhelm, der selbst keine Seheinschränkung hat.
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Auf der Gamescom traf man Wilhelm am sächsischen Gemeinschaftsstand. Insgesamt 25 Entwickler-Teams, Studios, Start-ups sowie Netzwerke zeigten dort ihr Potenzial. Der Gaming-Bereich boomt hierzulande.
"Sachsen bietet zusammen mit seinen Hochschulen hervorragende Voraussetzungen, um sich als innovativer Standort für die deutsche Games- und Digitalwirtschaft zu etablieren", erklärte dazu der Chef der Wirtschaftsförderung Sachsen, Thomas Horn (56).
Titelfoto: Bildmontage: privat; 123RF
