"Der kleine Prinz": Magdeburger Ballett startet mit begeisterten Beifall in die Spielzeit
Magdeburg - Am Samstagabend ist auch das Magdeburger Ballett mit der Premiere von "Der kleine Prinz" in die neue Spielzeit gestartet - und legte mit der tänzerischen Interpretation des Märchens die Messelatte wieder etwas höher.
Zur Spielzeiteröffnung gab sich Ballettdirektor Jörg Mannes höchstpersönlich die Ehre und choreografierte das bekannte Kindermärchen von Antoine de Saint-Exupéry.
Die Handlung um den kleinen Prinzen, der gemeinsam mit einem Piloten das Universum erkundet und hierbei auf die unterschiedlichsten Wesen und Persönlichkeiten trifft, wird mit Parallelen zum Leben des Autors selbst ergänzt. Hierfür tritt neben dem Piloten und dem kleinen Prinzen auch die Figur des Schriftstellers auf.
In einer Abfolge von schnellen Sequenzen reisen die Drei durch die Galaxie und die großartige Compagnie vom Theater Magdeburg kommt für große Gruppennummern, romantische Pas de Deux oder hinreißende Soli zusammen.
Mannes Handschrift ist wie immer sehr originell, ausgefallen, in diesem Fall auch verspielt und fast kindlich bis hin zu kraftvoll und mystisch.
"Der kleine Prinz" ist tänzerischer Hochgenuss!
Ein einmaliges 180-Grad-Bühnenbild voller Sterne und Planeten entführt die Zuschauer hinaus ins Universum und ist genauso simpel, wie effektiv. Das Ballett glänzt außerdem durch die schiere Vielfalt und Anzahl an wirklich schönen Kostümen. Dadurch ist das Stück nicht nur ein tänzerisches Highlight, sondern auch ein visueller Hingucker in jedem Aufzug.
Prinzipiell kann man in dieser Compagnie nicht den einen Tänzer oder die eine Tänzerin hervorheben, dafür ist das gesamte Ensemble viel zu gut. "Der kleine Prinz" lebt von der Wechselhaftigkeit der verschiedenen Tänzer und es ist gerade das Zusammenspiel aller, was hier hervorragend funktioniert und gelobt werden muss.
Aber sicherlich waren es hauptsächlich Joel Dettori, Andrea Cheldi und Gennaro Chianese als Prinz, Schriftsteller und Pilot sowie ihre drei Rosen Fiammetta Gotta, Chiara Amato und Louise Meyer-Bisch, die am Samstagabend das Publikum beim Applaus zum Aufspringen brachten.
Unterstützt werden Jörg Mannes' Tänzer von der unglaublichen Magdeburger Philharmonie. Über die gut zwei Stunden Dauer spielt sich das Orchester unter der Leitung von Julian Gaudiano in einem halsbrecherischen und überwältigendem Tempo um Kopf und Kragen. Fantastisch!
Ist "Der kleine Prinz" einen Besuch wert?
Fazit: Besser hätte die Spielzeit für das Magdeburger Ballett nicht beginnen können. Die Compagnie setzt die Latte extrem hoch und lässt in dieser Saison auf wahre Exzellenz hoffen.
Bei "Der kleine Prinz" stimmt einfach alles. Die Bühne, das Orchester und natürlich die wunderbaren Tänzer machen diesen Ballettabend zu einem großen Hochgenuss und zu einem Pflichttermin für Kulturliebhaber.
Weitere Vorstellungen findet Ihr im Spielplan des Theaters.
Titelfoto: Bildmontage: Theater Magdeburg/Ida Zenna (3)

