Schaden an Kran-Ausleger entdeckt! Wind verzögert Abläufe: Folgen für evakuierte Anwohner
Von Helmut Reuter, Christopher Hirsch, Bastian Küsel-Kanbach, Bernhard Sprengel
Rostock - Der auch für Hochzeiten genutzte Hellingkran an der Warnow unweit des Rostocker Stadthafens ist wegen eines Schadens gesperrt worden. Die Vorbereitungen zur Sicherung des Krans laufen.
Wegen des windigen Herbstwetters wird die Sicherung allerdings wohl länger dauern. Ab Montagmorgen sollen die Spezial-Schwerlastkräne aufgebaut werden, wie die Stadt Rostock mitteilte.
Die eigentlichen Sicherungsarbeiten am Ausleger könnten angesichts der vorhergesagten Windverhältnisse erst am Mittwoch beginnen.
"Aufgrund der vorherrschenden und vorhergesagten Windstärken ist ein Einsatz am Wochenende wahrscheinlich nicht möglich", hatte Stadtsprecher Ulrich Kunze am Samstag mitgeteilt.
Am Sonntag sollte der Verwaltungsstab der Stadt über das weitere Vorgehen beraten.
Fachleute ermitteln den Angaben nach derzeit die erforderlichen technischen Maßnahmen, den Einsatz geeigneter Spezialkräne und die Größe des dafür notwendigen Absperrbereichs. Der Zustand des Krans werde weiterhin regelmäßig begutachtet.
Der Schaden sei bei einer turnusmäßigen technischen Überprüfung entdeckt worden. Zwei Wohnhäuser seien vorsorglich evakuiert worden. Die Bewohnerinnen und Bewohner der 44 Wohnungen, können nach Angaben der Stadt voraussichtlich frühestens am 2. November in ihr Zuhause zurück.
"Ein Ausleger ist nicht richtig befestigt und droht herunterzufallen, möglicherweise auf eines der benachbarten Wohnhäuser dort", sagte der Sprecher der Hansestadt Rostock.
Nach Angaben eines Feuerwehrmannes handelt es sich um eine Art Knick in der obersten langen Stahl-Seitenstütze, die den Ausleger hält und stabilisiert. Die Stadt Rostock berief einen Verwaltungsstab ein, der über das weitere Vorgehen berät.
Sporthalle für Betroffene als Notunterkunft eingerichtet
Das unweit gelegene Neptun-Einkaufszentrum sei nicht betroffen. Es sei auch niemand zu Schaden gekommen.
Polizei und Feuerwehr sind nach TAG24-Informationen bereits seit Freitagmittag im Umfeld des Krans im Einsatz.
Die Einsatzkräfte untersuchten die Bruchstelle am Freitagabend mit einer Drohne, die mit einem Scheinwerfer ausgerüstet war. Es folgten Beratungen, wie der Kranausleger kontrolliert abmontiert werden kann.
Eine Sporthalle in der Nähe wurde als Notunterkunft eingerichtet. Die Wohnungsgenossenschaft, der die 44 betroffenen Wohnungen gehören, werde sich auch um die Mieter kümmern, so Kunze.
Bewohner berichteten, dass die Polizei am Nachmittag aufgefordert habe, die Wohnungen zu verlassen. Es habe auch Getränke und Obst gegeben.
"Lief schon ganz gut ab", sagte einer der Bewohner.
Erstmeldung: 23. Oktober, 18.03 Uhr, zuletzt aktualisiert: 25. Oktober, 15.39 Uhr.
Titelfoto: Bildmontage: Stefan Tretropp (2)