Von Helmut Reuter, Christopher Hirsch, Bastian Küsel-Kanbach, Bernhard Sprengel
Rostock - Der auch für Hochzeiten genutzte Hellingkran an der Warnow unweit des Rostocker Stadthafens ist wegen eines Schadens gesperrt worden. Doch der einsturzgefährdete historische Kran kann vorerst nicht gesichert werden.
Es seien Spezial-Schwerlastkräne erforderlich, teilte Stadtsprecher Ulrich Kunze mit. Ob und wann diese eingesetzt werden könnten, hänge insbesondere von den Witterungsverhältnissen ab.
"Aufgrund der vorherrschenden und vorhergesagten Windstärken ist ein Einsatz am Wochenende wahrscheinlich nicht möglich", erklärte der Sprecher. Der Verwaltungsstab der Stadt werde am Sonntag über das weitere Vorgehen entscheiden.
Der Schaden sei bei einer turnusmäßigen technischen Überprüfung entdeckt worden. Zwei Wohnhäuser seien vorsorglich evakuiert worden.
"Ein Ausleger ist nicht richtig befestigt und droht herunterzufallen, möglicherweise auf eines der benachbarten Wohnhäuser dort", sagte der Sprecher der Hansestadt Rostock.
Nach Angaben eines Feuerwehrmannes handelt es sich um eine Art Knick in der obersten langen Stahl-Seitenstütze, die den Ausleger hält und stabilisiert. Die Stadt Rostock berief einen Verwaltungsstab ein, der über das weitere Vorgehen berät.
Das unweit gelegene Neptun-Einkaufszentrum sei nicht betroffen. Es sei auch niemand zu Schaden gekommen.
Polizei und Feuerwehr sind nach TAG24-Informationen bereits seit Freitagmittag im Umfeld des Krans im Einsatz.
Ausleger kann wohl erst am Montag kontrolliert abmontiert werden
Die Einsatzkräfte untersuchten die Bruchstelle am Freitagabend mit einer Drohne, die mit einem Scheinwerfer ausgerüstet war. Die Beratungen drehen sich auch darum, wie der Kranausleger kontrolliert abmontiert werden kann.
Das wird laut Feuerwehr nicht vor Montag passieren können, da die Windverhältnisse aktuell keine Arbeiten an dem Kran zuließen. Der Kran selbst ist fest fixiert. Der Ausleger kann nicht geschwenkt werden.
Eine Sporthalle in der Nähe wurde als Notunterkunft eingerichtet. Die Wohnungsgenossenschaft, der die 44 betroffenen Wohnungen gehören, werde sich auch um die Mieter kümmern, so Kunze.
Bewohner berichteten, dass die Polizei am Nachmittag aufgefordert habe, die Wohnungen zu verlassen. Es habe auch Getränke und Obst gegeben. "Lief schon ganz gut ab", sagte einer der Bewohner.
Ein anderer Bewohner, der seine Wohnung verlassen musste, ging davon aus, dass es möglicherweise bis Montag dauern können, bis man wieder zurück könne.
Erstmeldung: 23. Oktober, 18.03 Uhr, zuletzt aktualisiert: 24. Oktober, 12.46 Uhr.