Angst vor Wiesn-Grippe? Arzt rät zum kleinen Piks

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Von Sabine Dobel

München - Alle Jahre wieder: Kaum ist das Oktoberfest eröffnet, beginnt in München das Gehuste. Wiesn-Grippe. Wer im Bierzelt feiern will, kann das Risiko einer Ansteckung mit Impfungen reduzieren.

Impfungen schützten gegen schwere Verläufe von Influenza und Covid‑19. (Symbolbild)
Impfungen schützten gegen schwere Verläufe von Influenza und Covid‑19. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa

Insbesondere eine Immunisierung gegen Covid‑19 und Influenza kann sinnvoll sein, wie Christoph Spinner, Leiter der Infektiologie am Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM), erläutert. Der Herbst ist nicht nur Volksfest-, sondern auch Impfsaison.

Im September starten das LMU Klinikum und das TUM Klinikum in Kooperation mit dem Münchner Gesundheitsreferat die Kampagne "München impft", um das Bewusstsein für Atemwegsinfektionen und die Impfmöglichkeiten zu steigern.

Nicht einmal jeder Dritte, dem eine Impfung empfohlen wird, ist gegen Influenza geimpft - und hat damit ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, wie Spinner berichtet, der sich selbst gegen Influenza und Covid-19 immunisieren lässt. "Ich liebe die Wiesn, und ich schütze mich und meine Patientinnen und Patienten durch eine Impfung."

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Allerdings sind auf dem Oktoberfest allerlei Erkältungsviren unterwegs, gegen die es keinen Impfschutz gibt: Rhino-, Adeno- und Enteroviren oder schon länger bekannte, saisonale Coronaviren.

"Die sogenannte Wiesn-Grippe ist in den allermeisten Fällen keine Influenza. Das ist einfach ein Sammelbegriff für akute Atemwegsinfekte, die durch das Zusammentreffen vieler Menschen, Schlafmangel, Kälte und Alkoholkonsum begünstigt werden."

Prof. Dr. Christoph Spinner, Leiter der Infektiologie des Universitätsklinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, schützt sich selbst auch mit einer Impfung.
Prof. Dr. Christoph Spinner, Leiter der Infektiologie des Universitätsklinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, schützt sich selbst auch mit einer Impfung.  © Angelika Warmuth/dpa

Covid-19 Hauptgrund für ernste "Wiesngrippe"-Fälle

Im Wiesn-Getümmel haben Viren ein leichtes Spiel. (Archivbild)
Im Wiesn-Getümmel haben Viren ein leichtes Spiel. (Archivbild)  © Felix Hörhager/dpa

Bei den ernsteren Atemwegsinfekten während der Wiesn mache SARS-CoV-2 in der Regel den größten Teil aus. Anders als die Grippe sei das Covid-19-Virus nicht an die kalte Jahreszeit gebunden und zirkuliere ganzjährig.

"Da in Festzelten sehr viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, ist das Infektionsrisiko für Covid-19 auf der Wiesn hoch." Jenseits des Volksfestes sei eine Corona-Impfung gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Menschen ab 75 Jahren, Personen mit Risikofaktoren sowie Pflegepersonal angeraten.

Influenza und RSV (Respiratorisches Synzytialvirus) sind laut Spinner nur für einen sehr geringen Anteil der Wiesn-Erkrankungen verantwortlich. Sie nähmen meist erst ab Ende November zu und erreichten die Spitze im Januar.

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"Durch das internationale Publikum und die vielen Menschen auf engem Raum in den Festzelten treten aber auch zu dieser Zeit vereinzelt Grippefälle auf", sagt Spinner über die Influenza-Gefahr auf der Wiesn. "Generell ist der Beginn des Herbsts der ideale Zeitpunkt, um sich für die bevorstehende Grippesaison ab Oktober impfen zu lassen - vor allem für Menschen mit Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Krebs-Erkrankungen."

Bei einer von einem Impfstoffhersteller mitinitiierten Aktion "O'zapft is - aber bitte Grippe-geimpft!" am 8. und 9. September werden in der Marien Apotheke am Sendlinger Tor Influenza-Impfungen für Erwachsene ab 18 Jahren angeboten. An der Aktion ist auch Spinner beteiligt.

Titelfoto: Bildmontage: Angelika Warmuth/dpa,Felix Hörhager/dpa

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