Brandsätze auf Baustelle bei Rüstungsfirma geworfen: Innenminister geht von Anschlag aus
München - Mehrere Brandsätze sind in der Nacht zu Donnerstag auf eine Baustelle im Stadtteil Berg am Laim geworfen worden. Einer zündete, ein weiterer musste unschädlich gemacht werden.
Innenminister Joachim Herrmann (69, CSU) sprach in einem Statement von "Brandanschlägen". Das Ziel seien "Gebäude oder Baustellen" gewesen, "die unmittelbar Rüstungs- und Sicherheitsfirmen in München zuzurechnen sind." Es sei von einem "politischen Hintergrund dieser Straftaten" auszugehen.
Auch das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) hatte zuvor bekannt gegeben, dass es von einem Anschlagsversuch ausgeht. Die Behörde nannte keine spezielle Firma als Ziel der Tat. Vor Ort liegt die Firmenzentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz.
"Insgesamt zeigt dieses Ereignis, dass wir, wie schon an anderen Orten in Deutschland in den letzten Tagen, nun ein verstärktes Risiko von Anschlägen haben auf unsere eigene Infrastruktur, aber eben auch ganz offensichtlich im Zusammenhang Rüstungsunternehmen in unserem Land", so Herrmann.
Die Brandsätze waren gegen Mitternacht aus einem Auto auf die Baustelle vor dem Unternehmen geworfen worden. Ein Zeuge beobachtete den Vorfall und alarmierte die Polizei.
Rohde & Schwarz reagiert zurückhaltend auf Einsatz vor Betriebsgelände
Nach einer Fahndung wurden an einer Tankstelle am Innsbrucker Ring eine 28-jährige Frau und ein 38-jähriger Mann mit bulgarischer Staatsbürgerschaft festgenommen. Inwieweit sie mit der Tat in Verbindung stehen, sei Gegenstand der Ermittlungen, so die Polizei.
Mindestens einer der Brandsätze zündete an der Baustelle und löste ein Feuer aus, dass von den Polizisten gelöscht werden konnte. Ein größerer Schaden sei nicht entstanden. Spezialisten mussten einen weiteren Brandsatz entschärfen.
Der Münchner Technologiekonzern Rohde & Schwarz stellt unter anderem Sicherheitstechnik und Kommunikation für Behörden und das Militär her.
Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk reagierte die Firma selbst zurückhaltend. Eine Sprecherin bestätigte den Polizei- und Feuerwehreinsatz vor der Tür, betonte aber auch, dass das Betriebsgelände nicht betroffen sein. Weitere Angaben machte das Unternehmen zunächst nicht.
Erstmeldung 8.25 Uhr, zuletzt aktualisiert 15.06 Uhr
Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

