Erster Fall! Affenpocken in Deutschland nachgewiesen

München - In Deutschland ist der erste Fall von Affenpocken bestätigt worden!

Die Affenpocken haben Deutschland erreicht.
Die Affenpocken haben Deutschland erreicht.  © Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

Wie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Freitag in München mitteilte, wurde das Virus am Donnerstag bei einem Patienten nachgewiesen.

Der Patient, dessen Befund zweifelsfrei ist, habe die charakteristischen Hautveränderungen gezeigt. Weitere Details nannte das Institut zunächst nicht.

Wegen mehrerer Fälle von Affenpocken in anderen europäischen Ländern hatte das Robert Koch-Institut (RKI) erst am Donnerstag zu entsprechender Wachsamkeit auch hierzulande aufgerufen.

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Besonders Reiserückkehrer aus Westafrika sowie Männer, die Sex mit Männern haben, sollen demnach bei ungewöhnlichen Hautveränderungen unverzüglich einen zuständigen Arzt aufsuchen.

Seit Anfang Mai wurden in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern dutzende Verdachtsfälle und bestätigte Infektionen mit Affenpocken gemeldet. Nach ersten Fällen in Großbritannien meldeten auch Spanien, Portugal, Italien, Schweden und Frankreich sowie die USA und Kanada bestätigte Fälle und Verdachtsfälle.

Affenpocken: Tödlicher Verlauf beim Menschen ist selten

Zu den Symptomen der Affenpocken beim Menschen gehören unter anderem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und im Anschluss auf andere Körperteile übergreift.

Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit, ein tödlicher Verlauf ist selten.

Üblicherweise wird die vor allem in Zentral- und Westafrika verbreitete Krankheit durch engen Kontakt mit infizierten Nagetieren übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich, kann aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Infizierten auftreten, vermutlich auch bei sexuellen Handlungen.

In Nigeria werden seit dem Jahr 2017 vermehrt Infektionen mit Affenpocken bei Menschen diagnostiziert. Laut dem Robert Koch-Institut sind Affen in den afrikanischen Endemiegebieten jedoch nicht die Reservoirtiere.

Münchner Affenpocken-Patient reiste aus dem Ausland ein

Beim ersten gemeldeten Affenpocken-Patienten in Deutschland handelt es sich um einen aus Brasilien stammenden 26-Jährigen. Das gab das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag bekannt.

Er sei von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist und seit etwa einer Woche in der bayerischen Landeshauptstadt. Zuvor sei er auch schon in Düsseldorf und Frankfurt am Main gewesen.

Der Patient werde nun auf einer Station der München Klinik Schwabing isoliert, hieß es vom Ministerium. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München hatte zuvor informiert, dass es am Donnerstag bei dem Patienten den ersten Affenpocken-Fall in der Bundesrepublik nachgewiesen habe.

"Derzeit werden durch das Gesundheitsreferat der Stadt München weitere enge Kontaktpersonen ermittelt", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. "Diese werden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert."

Aktualisiert: 20. Mai 2022, 14.16 Uhr

Titelfoto: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

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