Soforthilfen für Missbrauchsopfer: München braucht mehr Geld!

München - Es muss etwas getan werden! Die Stadt München braucht mehr Geld für Betroffene, die in Heimen, Pflegeeinrichtungen oder in Adoptivfamilien sexuell missbraucht oder misshandelt wurden.

Entscheidungen im Rathaus richtungsweisend: Die Stadt München will Missbrauchsopfern schnell und unkompliziert helfen.
Entscheidungen im Rathaus richtungsweisend: Die Stadt München will Missbrauchsopfern schnell und unkompliziert helfen.  © Matthias Balk/dpa

Der Stadtrat stockte die bisherigen Mittel für Soforthilfen darum um eine zusätzliche Million Euro auf, wie das Sozialreferat der Stadt mitteilte.

Bis Ende des Jahres 2022 hatten sich 48 Menschen bei der Stadt gemeldet und Anträge auf die Soforthilfen gestellt, wie der Vorsitzende der Aufarbeitungskommission Ignaz Raab sagte.

"Die 800.000 Euro, die der Stadtrat im Mai für Soforthilfen bewilligt hat, sind mittlerweile fast vollständig aufgebraucht", führte Raab aus.

München: Demo in München: Tausende gegen Rechtsextremismus
München Lokal Demo in München: Tausende gegen Rechtsextremismus

Die Soforthilfen sollen vor allem älteren Betroffenen helfen, die sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befinden.

"Diese schnelle und unkomplizierte Soforthilfe soll weiter möglich sein. Deshalb auch der ausdrückliche Dank an den Stadtrat, dass die dafür nötigen Gelder entsprechend bereitgestellt werden", so Bürgermeisterin Verena Dietl (42, SPD).

München hat sich nach den entsprechenden Angaben der Stadt als erste große Kommune entschieden, die Missstände und Gewalterfahrungen ehemaliger Heim-, Pflege- und Adoptivkinder auf kommunaler Ebene umfassend aufzuarbeiten.

Ende 2021 beschloss der Stadtrat die Einrichtung einer Aufarbeitungskommission. Die Soforthilfen sind als Vorgriff auf Anerkennungsleistungen zu verstehen, die an Betroffene ausgezahlt werden sollen. Die Kriterien, auf deren Grundlage diese Leistungen gezahlt werden sollen, müssen nach Angaben des Sozialreferates noch ausgearbeitet werden.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

Mehr zum Thema München Lokal: