Wiesn ist kein Ballermann: Jetzt werden die Schampus-Duschen verboten
Von Sabine Dobel
München - Eine gefährlich überfüllte Wiesn 2025, Schampus auf dem Bierfest - und ein Streit um die Zelte mit bisher ungekannter Tragweite: Vier Monate vor dem Anstich am 19. September ist die Debatte um das größte Volksfest der Welt in seiner Heimatstadt München voll im Gange.
Die Stadt schärft bei den Sicherheitsmaßnahmen für das Oktoberfest nach – und stellt ein paar weitere Regeln auf.
Nachdem die Entscheidungen zuletzt vertagt worden waren, will der Stadtrat an diesem Montag mehrere Neuerungen auf den Weg bringen – obwohl im Plenum eigentlich die Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters Dominik Krause (35, Grüne) im Mittelpunkt stehen sollte.
Der sagt mit Blick auf seinen ersten Anstich: "Ich freu’ mich sehr darauf und es ist mir eine gigantische Ehre."
Er sei immer gern auf die Wiesn gegangen - "früher mehr Fahrgeschäfte, heute mehr Zelte". Er hoffe, beim Anzapfen des ersten Fasses Bier mit zwei bis drei Schlägen auszukommen.
Die Wiesn, so sagt auch Krause, ist ein Fest des Münchner Bieres. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dort keinen Champagner zu trinken, sondern den Korken knallen zu lassen und den Schampus in einer Fontäne über andere Gäste zu gießen – wie immer wieder in sozialen Medien zu sehen war.
Mehr Sicherheit durch Blasmusik?
Schluss mit lustig heißt es nun für diejenigen, die auf diese Weise gern derart feuchtfröhlich feierten. Künftig sollen Medienberichten zufolge diese sogenannten Champagner-Duschen in den Zelten verboten sein.
Man wolle nicht, dass die Wiesn "zum Ballermann" verkomme, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus Rathauskreisen.
Die Champagner-Duschen waren den Stadträten schon länger ein Dorn im Auge. Diese Praxis sei nicht nur Lebensmittelverschwendung, sondern passe auch nicht zum Charakter des Volksfestes.
Bei dem Ziel, das Münchner Oktoberfest sicherer zu machen, soll in diesem Jahr auch Blasmusik eine Rolle spielen.
Um den Besuch der Wiesn auch unter der Woche für internationale Gäste attraktiver zu machen, soll die Musik in den Zelten eine Stunde früher beginnen dürfen. Ziel ist "die Verlagerung der Besuchszeiten der internationalen Gäste auf die Wochentage", wie es in einer Änderung der Betriebsvorschriften für die Wiesn 2026 heißt.
Damit soll verhindert werden, dass es vor allem an Wochenenden wieder zu Überfüllungen kommt.
Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

