Auch bald in Deutschland? Aldi und Lidl stoppen Verkauf von Energy-Drinks

Für Minderjährige sollen Energy-Drinks unschöne Nebenwirkungen haben, deshalb wird ein Verkaufsstopp gefordert.
Für Minderjährige sollen Energy-Drinks unschöne Nebenwirkungen haben, deshalb wird ein Verkaufsstopp gefordert.  © DPA

London – Die Discount-Riesen Aldi und Lidl haben den Verkauf von Energy-Drinks an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gestoppt. Bisher allerdings nur in Großbritannien. Für Red Bull und die übrigen Wachmacher gelten damit Regeln, wie für den Alkoholverkauf.

Damit folgen die beiden Lebensmittel-Unternehmen der Branche, denn auch andere dort vertretene Supermarktketten haben sich zu diesem Schritt entschieden.

Grund sind die Gesundheitsrisiken, die von den Energy-Drinks auf Minderjährige ausgehen. Vor allem bei Partys oder bei durchzockten Nächten vor Rechner oder Playstation werden die Getränke - oft mit Alkohol gemischt - in rauen Mengen getrunken. Das kann bei den Konsumenten zu Herz-Kreislauf-Störungen führen.

Herzrasen, Übelkeit, Nervosität und Aufmerksamkeitsstörungen sind die Folge, was vor allem im Straßenverkehr böse enden kann.

Werden Aldi und Lild als auch bald in Deutschland mit dem Verbot nachziehen? Eher nicht: Beide Unternehmen haben bislang keine solche Pläne öffentlich gemacht. Obwohl Verbraucherschützer seit Jahren eine Einschränkung des Verkaufs an Minderjährige fordern. Alle Getränke mit einem Koffeingehalt von mehr als 150 mg je Liter sollten nur ab 18 erhältlich sein.

Eine Aldi-Filiale in Manchester: Hier gibt es für Kinder und Jugendliche keine Energy-Drinks mehr.
Eine Aldi-Filiale in Manchester: Hier gibt es für Kinder und Jugendliche keine Energy-Drinks mehr.  © DPA

Nach einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind die Energy Drinks gerade bei den 10- bis 19-Jährigen besonders beliebt. Etwa 68 Prozent der befragten Jugendlichen konsumierten "Energiegetränke". Davon zählten etwa 12 Prozent aufgrund ihres durchschnittlichen monatlichen Konsums von 7 Litern zu den "stark chronischen" Konsumenten. Selbst bei den 3- bis 10-Jährigen gab fast jedes fünfte Kind an, "Energiegetränke" zu konsumieren.

Sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd und Lidl haben auf Anfrage von dpa mitgeteilt, dass sie aktuell nicht über ein Altersbeschränkung beim Verkauf von Energy-Getränken nachdenken. Lidl erklärte: "Zum jetzigen Zeitpunkt verkaufen wir Energy Drinks an Kunden aller Altersgruppen, da es in Deutschland keine Altersbegrenzung dafür gibt."

Für diese Entscheidung werden sei von Verbraucherschützern hart kritisiert: "In Großbritannien übernehmen Aldi und Lidl Verantwortung, aber in Deutschland wollen die Discounter Kinder und Jugendliche nicht vor den gefährlichen Wachmachern schützen – das ist völlig unverständlich. Die Gesundheitsrisiken für die jungen Konsumenten von Energy Drinks sind überall dieselben. Aldi und Lidl dürfen auch in Deutschland keine Energy Drinks mehr an Kinder verkaufen", sagte Oliver Huizinga von foodwatch.

In Deutschland ist der Verkauf von Energy-Drinks auf freiwilliger Basis geregelt. Nur Rossmann und DM haben sich bisher gegen die Wachmacher entschieden. Rossmann verkauft die Energy-Drinks nur an Kunden, die älter als 16 Jahre sind und Konkurrent DM hat sie gar nicht erst im Sortiment.

Titelfoto: DPA


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