Dealer packt aus: So läuft das Drogen-Geschäft auf der Straße

Am Landgericht Berlin begann am Montag der Prozess gegen eine Drogenbande.
Am Landgericht Berlin begann am Montag der Prozess gegen eine Drogenbande.  © DPA

Berlin - Im November 2016 flog eine Drogenbande auf, die vor allem in Berlin-Schöneweide ihren Stoff verkaufte. Am Montag begann gegen sie der Prozess. Dabei packte einer der Dealer aus und lieferte erschreckende Einblicke in das Geschäft.

Demnach habe der 22-Jährige als sogenannter "Läufer" für die Bande gearbeitet. Seine Aufgabe war es, Kleinkunden mit Haschisch zu versorgen. Diese hätten ihre Bestellungen telefonisch aufgegeben.

Dann fuhr er in ihre Wohnungen oder traf sich mit ihnen an geheimen Orten. Anfangs habe er am Tag etwa zehn Marihuana-Päckchen (à 0,8 Gramm) für jeweils zehn Euro vertickt. Dafür bekam er 20 Euro am Tag und Hasch zum Vorzugspreis, um seine eigene Sucht zu befriedigen.

Sein täglicher Umsatz hätte sich immer mehr gesteigert. Wie er vor Gericht aussagte, waren die umsatzstärksten Tage jene, an denen seine Kunden Hartz IV ausgezahlt bekommen hatten.

Von Juli bis November 2016 hätte die Bande eine halbe Million Euro Umsatz gemacht. Pro Woche seien bis zu zwei Kilo Gras verkauft worden, an besonders starken Tagen hätte der "Läufer" einen Umsatz von bis zu 5000 Euro erzielt, berichtet die Berliner Morgenpost.

Er selbst hätte am Ende 120 Euro am Tag als "Lohn" bekommen. Während die Bosse der Bande, zwei Brüder (24, 26) aus Serbien-Montenegro, die große Kohle eingestrichen und dicke Autos gefahren hätten.

Alle vier Angeklagten machten, nachdem sie aufgeflogen waren, Aussagen bei der Polizei. Diese Geständnisse sind Grundlage der Anklage. Ihnen drohen hohe Haftstrafen. Einer ihrer Komplizen wurde bereits im März zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.


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