Angebot vom Jobcenter: Mutter soll im Sex-Shop arbeiten

Kann auch durchaus frivole Job-Angebote weiterreichen: Ein Jobcenter in Berlin. (Symbolbild)
Kann auch durchaus frivole Job-Angebote weiterreichen: Ein Jobcenter in Berlin. (Symbolbild)  © DPA

Berlin - Als Mutter hat man es nicht leicht - erst recht nicht, wenn man in finanzieller Hinsicht von Monat zu Monat denken muss und auf die Unterstützung eines Jobcenters in Berlin angewiesen ist.

Es kann allerdings noch unangenehmer werden. Eine Freiberuflerin aus Berlin hat ein Schreiben des Jobcenters Berlin-Pankow im Briefkasten gefunden, das sie vermutlich am liebsten gerne sofort verbrannt hätte.

Dem Berliner Kurier schilderte sie die verrückte Geschichte wie folgt: „Ich habe ja schon so einiges erlebt mit dem Jobcenter, aber das hier hat echt eine neue Qualität. Nein, ich habe kein Interesse, für neun Euro die Stunde Dildos zu verkaufen! Erst recht nicht, wenn man mich mit der Androhung von Sanktionen dazu zwingen will!“

Die Rede ist von einer an sie gerichteten Aufforderung zum Vorstellungsgespräch in einem Erotik-Laden in Ku'damm-Nähe. Doch anstatt sich wie aufgefordert zu bewerben, machte die 36-Jährige ihren Unmut bekannt und sagte dem Erotik-Laden ab.

„Nicht Ihre Dildos sind pervers, sondern der Zwang, der mich verpflichten soll, diese zu verkaufen. Und dafür mein eigenes Kind und meine Arbeit mit Kindern hinten an zu stellen. Sollte sich das Jobcenter nun nach meiner Bewerbung bei Ihnen erkundigen: Geben Sie ausschließlich ohne weitere Angaben zurück, dass ich die Stelle nicht annehmen werde!“

Doch so einfach mal Absagen, ist aus juristischer Sicht nicht mal eben getan.

„Der Unterbreitung von Vermittlungsvorschlägen im Handel und Vertreib erotischer Waren steht grundsätzlich nichts entgegen“, erläutert Staatssekretärin Anette Kramme (49, SPD) im Berliner Kurier und fügt hinzu: „Zum Schutz der individuellen Persönlichkeitsrechte ist allerdings auch in diesen Fällen sensibel vorzugehen.“

Die Berlinerin hat dennoch beschlossen Strafanzeige gegen das Jobcenter Pankow zu stellen. Wer diesen Kampf nun für sich entscheidet, bleibt abzuwarten.


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