Immer mehr Überfälle: Schwulen-Kiez zittert vor Stricher-Banden

In der Motzstraße in Schöneberg kommt es immer wieder zu Übergriffen aus Homosexuelle.
In der Motzstraße in Schöneberg kommt es immer wieder zu Übergriffen aus Homosexuelle.  © Wikimedia/Peter Kuley

Berlin – Der Regenbogenkiez rund um die Motzstraße und den Nollendorfplatz in Schöneberg ist ein bei homosexuellen Männern sehr beliebtes Wohn- und Ausgehviertel.

Aber in den vergangenen Monaten sind Bewohner und Besucher vorsichtiger geworden. Die Zahl von Diebstählen und Raubüberfällen ist deutlich gestiegen.

Wie der RBB berichtet, werden vor allem schwule Männer oft Opfer von Gewalttaten. Demnach sollen Cliquen junger Männer in dunklen Ecken lauern und sich gezielt Betrunkene aussuchen. Bei ihnen soll es sich um Stricher aus Rumänien, Bulgarien oder der Türkei handeln, die auch nicht davor zurück schrecken, ihrer Freier abzuziehen.

Die Polizei bestätigt diesen Trend: "Besucher des Regenbogenkiezes sind nicht selten alkoholisiert und damit ein leichteres Opfer. Auch werden vorherige Anbahnungsgespräche mit der Inaussichtstellung sexueller Kontakte ("Stricherszene") für Tathandlungen genutzt", teilte ein Sprecher auf Anfrage des RBB mit.

Und auch in Zahlen lässt sich die hohe Kriminalität in Schöneberg belegen. Laut des Schwule-Anti-Gewalt-Projekts Manneo gab es 2016 659 Hinweise auf Gewalttaten gegen Homosexuelle, ein Viertel davon allein in Schöneberg.

Die Dunkelziffer soll deutlich höher sein, weil viele schwule Opfer die Taten nicht anzeigen, weil sie immer noch fürchten, dadurch als homosexuell geoutet zu werden.


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