Darum wurde ein 22-Jähriger zum gewalttätigen Hooligan

In Bielefeld eskalierte ein Streit zwischen linken und rechten Hooligans.
In Bielefeld eskalierte ein Streit zwischen linken und rechten Hooligans.

Neuss/Bielefeld - Ein zur Hooligan-Gruppe "Bushwhackers" gehörender Mann hat in Neuss vor dem Amtsgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Er steht dort seit Mittwoch unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Widerstands gegen Polizeibeamte sowie mehrfachen Verstoßes gegen ein bundesweites Stadionverbot vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm insgesamt zehn Straftaten vor.

Dem Mann aus Meerbusch, der in Untersuchungshaft sitzt, droht eine Haftstrafe. Er ist bereits einschlägig vorbestraft. In Dresden und Düsseldorf laufen noch weitere Strafverfahren gegen ihn. Bei der Polizei ist er als Intensivtäter in der Datei "Gewalt und Sport" erfasst.

"Ich war ein Nichts", erklärte der 22-Jährige, der eine Förderschule besucht und eine Ausbildung zum Koch abgebrochen hat. "Bei den Hooligans bekam ich Anerkennung." Er gehört der politisch rechts eingestuften Hooligan-Gruppe "Bushwhackers" an.

Ein Ultra wurde am Kopf verletzt.
Ein Ultra wurde am Kopf verletzt.

Die Gruppe hatte sich im April 2016 beim Auswärtsspiel von Fortuna Düsseldorf im Bielefelder Stadion mit linken Fortuna-Ultras geprügelt. Dabei wurde ein Ultra am Kopf verletzt. Auf Videoaufnahmen der Polizei ist der Angeklagte gut zu erkennen.

Wenig später soll er vermummt am Remscheider Stadion aufgetaucht, eine Polizistin als Hure beschimpft und ein Polizeipferd geschlagen haben. Der DFB hatte vor Jahren ein bundesweites Stadionverbot gegen den Hooligan verhängt.

Im Juli 2017 war der Arbeitslose laut Anklage auch noch an einem Angriff auf englische Fans in der Düsseldorfer Altstadt beteiligt. Rund 30 Hooligans hatten die Engländer attackiert.

Eine Frau wurde dabei schwer verletzt und lag wochenlang im Krankenhaus. Der Prozess wird am 14. Februar fortgesetzt.


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