Nirgendwo sonst ist das Baden in der Ostsee derzeit so gefährlich

Danzig/Usedom - Wen es in diesem Sommer an die polnische Ostseeküste zieht, wird wohl nicht viel Freude haben. Der östliche Abschnitt von der Danziger Bucht bis zur russischen Exklave Kaliningrad ist übersät mit gefährlichen Blaualgen.

Ein belasteter Strand an der polnischen Ostseeküste.
Ein belasteter Strand an der polnischen Ostseeküste.  © EPA/Lech Muszynski

An 20 Stränden, selbst auf der Halbinsel Hel, die ins offene Meer ragt, herrscht der Ausnahmezustand. Insgesamt wurden 52 Badeplätze gesperrt.

Die Hitze hat in den letzten Wochen den Blaualgen in die Karten gespielt. Gerade jetzt, wo der Sommer auf Hochtouren läuft und überall die Ferien im vollen Gange sind.

Die Einheimischen nehmen es gelassen: "Man muss was riskieren. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", so ein Anwohner im ZDF-Interview.

Dennoch schwimmt die Sorge mit - berechtigt. Prof. Jerzy Bolalek klärt auf: "Wenn das Wasser in den Magen eines Schwimmers gelangt, kann das zu Magen-Darm-Erkrankungen führen. Die toxischen Bakterien können aber auch Hautausschläge und Allergien hervorrufen."

Diese Warnung kommt bei den Einheimischen an: "Ich schwimme nicht. Es gibt eine Gefahr, ich will mich nicht umbringen. Ich bin hier, um Urlaub zu machen."

Westliche Ostseeküste bleibt vorerst verschont

Auch vor der Insel Rügen tauchen die Blaualgen auf, sind dort aber noch nicht zur Gefahr geworden.
Auch vor der Insel Rügen tauchen die Blaualgen auf, sind dort aber noch nicht zur Gefahr geworden.  © DPA

Aber auch weiter westlich, bis hin zu den deutschen Stränden auf Rügen oder Usedom vermehren sich die Algen rasend schnell.

Einzig der bessere Wasseraustausch in diesem Bereich der Ostsee hat vorerst zu keiner gefährlichen Konzentration geführt, berichtet die Märkische Oderzeitung.

Auch die Abschnitte auf polnischer Seite von Schwinemünde über Kolberg bis Leba haben Glück. "Hier gibt es keine Algenpest, und Baden ist nach wie vor erlaubt", sagt Carsten Wolf von dem in Kolberg beheimateten Reise-Veranstalter "Travel-Netto" der MOZ.

Allerdings besteht ein Restrisiko: Bleibt die Hitze weiter so beständig, könnten schon bald die noch relativ blaualgenfreien Bereiche der deutschen und polnischen Ostsee ebenfalls umkippen und auch hier den Einheimischen und Touristen den Badespaß vermiesen.

Titelfoto: EPA/Lech Muszynski


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