Hier droht Parasitenbefall! Im schlimmsten Fall könnt Ihr erblinden

Selbst ist der Hund: Raus mit dem Wurm.
Selbst ist der Hund: Raus mit dem Wurm.  © 123rf.com/maxontravel/juangaertner

Bonn - Nicht nur in der freien Natur auch in der Stadt lauern Darmparasiten, mit denen sich Hund und Katze, aber auch der Mensch infizieren können.

Wurmbefall ist bei Hunden und Katzen weit verbreitet. Manche dieser Parasiten können auch auf den Menschen übertragen werden. In Deutschland sind dies vor allem Spulwürmer und der Fuchsbandwurm.

Über den Kot infizierter Tiere sind besonders Kinder gefährdet. Durch kontaminierten Sand auf dem Spielplatz besteht etwa die Gefahr, dass die Kinder Wurmeier aufnehmen.

Spulwurmeier sind zudem äußerst robust. Eine Infektion kann auch dann erfolgen, wenn der Hunde- oder Katzenkot längst nicht mehr als solcher sichtbar ist. Die Larven schlüpfen im Darm und können auf ihrer Wanderung durch den menschlichen Körper innere Organe, aber auch das Auge schädigen. In schweren Fällen kann es sogar zur Erblindung kommen.

Deutlich seltener, aber mit meist weit schwerwiegenderen Folgen für den Menschen verbunden, ist eine Infektion durch den Fuchsbandwurm. Auf welchem Weg der Fuchsbandwurm den Menschen erreicht, ist häufig nur sehr schwer nachzuvollziehen, da zwischen Aufnahme der Eier und Krankheitssymptomen bis zu 15 Jahre vergehen können.

Gerade noch im Hund, schon im menschlichen Darm: Ein Bandwurm (Vergrößerung des Kopfes an der Darmwand befestigt).
Gerade noch im Hund, schon im menschlichen Darm: Ein Bandwurm (Vergrößerung des Kopfes an der Darmwand befestigt).  © 123rf.com/juangaertner

Auslöser für eine Infektion sind vor allem mit Bandwürmern befallene Füchse und deren Kot. Besonders betroffen sind deshalb Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten, etwa Landwirte oder Jäger. Aber nicht nur auf dem Lande, sondern auch in unseren Städten kommen Katzen und Hunde mit dem Parasiten in Berührung - und infizieren sich, indem sie Mäuse oder andere kleine Nagetiere fressen, die infektiöse Larvenstadien in sich tragen.

Im Menschen landet der Parasit ungewollt, denn eigentlich sind wir nur ein Fehlwirt. Gefahrenquellen sind beispielsweise mit Wurmeiern kontaminierte Erde oder Früchte. Fuchsbandwurmeier können aber auch im Fell von Hund und Katze kleben bleiben. Von dort ist der Weg über Hände in den Mund kurz.

Infiziert sich der Mensch, können schwere Krankheiten die Folge sein. Besonders betroffen sind auch hier die inneren Organe. Mit einer entsprechenden Behandlung lässt sich die Krankheit im frühen Stadium noch bekämpfen bzw. ein weiterer Verlauf stoppen. Eine komplette Heilung der Erkrankung ist oftmals nicht möglich.

Der beste Schutz für Mensch und Tier ist eine regelmäßige Entwurmung von Hund und Katze, rät der Bundesverband für Tiergesundheit e.V..

Ob vierteljährlich oder monatlich entwurmt werden soll, hängt vom Gefährdungsgrad des Tieres, vom Alter und von der Wurmart ab. Auch viele andere lästige bis gefährliche Darmparasiten lassen sich mit einer Wurmkur gut erfassen.

Der Tierarzt kann darüber aufklären und ein passendes Behandlungsschema empfehlen.

Titelfoto: 123rf.com/maxontravel/juangaertner


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