Schwestern erfüllen sich einen Traum und bringen so Kinder zum Strahlen

Borgholzhausen/Tansania - Der Verein "Good Hope Centre e.V." aus Halle (Westf.) hat in Tansania ein Kinderheim für 268 Kinder gebaut. Aktuell leben dort die beiden Schwestern Jacqueline (25) und Isabel (21) Lutterkort und helfen für drei Monate als Volontäre aus. TAG24 gaben sie einen exklusiven Einblick in ihr derzeitiges Leben.

Isabel (21/li.) und Jacqueline Lutterkort (25/re.) leben eigentlich in Borgholzhausen.
Isabel (21/li.) und Jacqueline Lutterkort (25/re.) leben eigentlich in Borgholzhausen.

Die zwei Frauen aus Borgholzhausen leben in einem kleinen Bergdorf namens Ngorika, das zwischen dem Kilimandscharo und der Stadt Arusha liegt. Dort baute der gemeinnützige Verein vom Schirmherr Peter Schulte (71) das Happy Watoto Camp mit einem Weisenhaus, Kindergarten und einer Schule (TAG24 berichtete).

Der Kontakt zwischen den Lutterkorts und Schulte entstand über die Familie: "Letzten Sommer saß ich bei meinem Großonkel zum Kaffee und ich erzählte, dass ich vorhabe, nach Afrika zu reisen. Daraufhin erzählte seine Frau davon, dass ihr Bruder, Peter Schulte, vor zehn Jahren die Organisation Good Hope Centre e.V. gegründet hat", erklärte Jacqueline.

Direkt Zuhause habe sie sich über das Projekt informiert und bewarb sich dann mit ihrer Schwester zusammen, so die 25-Jährige weiter. Letzten Endes für sie genau der richtige Schritt. "Für mich persönlich war es schon viele Jahre ein Traum, einmal ein Projekt für Kinder in Afrika vor Ort zu unterstützen und ich bin sehr froh, dass dieser Traum gerade wahr wird", schwärmte sie.

Schon bevor die beiden Schwestern ihre Reise nach Tansania antraten, haben sie hier die Werbetrommel gerührt. Vom TuS Solbad Ravensberg, ihrem ortsansässigen Fußballclub, gab's gebrauchte Sport- und Fußballschuhe. Zusätzlich legte Arminia Bielefelds Co-Trainer Sebastian Hille, der von der Aktion Wind bekam, eine prall gefüllte Sporttasche mit Klamotten obendrauf.

Jacqueline (li.) studiert eigentlich Erziehungswissenschaft und Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Uni Bielefeld.
Jacqueline (li.) studiert eigentlich Erziehungswissenschaft und Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Uni Bielefeld.

Mit den ganzen Sachen im Gepäck ging es Mitte Februar in Richtung Afrika. Ihre Ziele waren klar: "Wir möchten so viel Zeit wie möglich mit den Kindern verbringen, die Betreuer/innen, Lehrer/innen und Sozialarbeiter/innen so gut es geht unterstützen und ganz viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln", sagte Isabel.

Als sie im Happy Watoto Camp ankamen, wurden den beiden ihre Aufgaben zugeteilt. Von der Unterrichtsvorbereitung, Aufsatzkorrekturen über eigene Unterrichtsleitung bis hin zum Begleiten der Sozialarbeiter ist alles dabei.

"Ansonsten spielen wir natürlich viel mit den Kindern, bereiten Mal-Nachmittage vor, tanzen mit den Kindern oder nehmen uns auch einfach Zeit, um sie in den Arm zu nehmen und mit ihnen zu kuscheln", beschrieb die 21-Jährige den neuen Alltag.

Besonders bewegend seien die Hausbesuche mit den Sozialarbeitern, berichteten beide: "Dort bekommen wir einen Einblick über die Herkunft der Kinder, die Armut und die für uns in Deutschland unvorstellbaren Lebensumstände, die man plötzlich mit eigenen Augen sieht."

Isabel (re.) studiert Soziologie und Anglistik British and American Studies an der Uni Bielefeld.
Isabel (re.) studiert Soziologie und Anglistik British and American Studies an der Uni Bielefeld.

Diese extremen Lebensvoraussetzungen bestärken die beiden Schwestern darin, den Kindern vor Ort zu helfen. Sie wünschen sich für sie, "dass sie alle ihre Träume verwirklichen können, die Schule gut beenden und somit eine Chance auf ein besseres Leben haben."

In ihrer kurzen Zeit vor Ort haben Jacqueline und Isabel bereits ein unheimliches Erlebnis gemacht. Die Schulsekretärin fragte die zwei, ob sie sie auf den heimischen Markt begleiten möchten. Beide stimmten zu und fuhren mit ihr zum Wochenmarkt.

"Als wir dann aber mitten auf dem Markt standen, sagte sie uns, dass wir nun bitte hier auf sie warten sollten, da sie in unserer Begleitung das Obst und Gemüse nicht zum normalen Preis bekäme, sondern automatisch mehr bezahlen müsse, da zwei Weiße dabei seien", schilderte Jacqueline die Situation.

Nach rund einer halben Stunde, tausenden Blicken und zahlreichen Kaufaufforderungen kehrten sie zum Auto zurück. Dort warteten sie auf die Schulsekretärin, ehe es zurück ins Camp ging.

Ihr Leben könnt Ihr verfolgen, denn sie führen einen spannendend Blog, in dem sie ihre Geschichten erzählen. Jacqueline und Isabel Lutterkort verfolgen aktuell ihren Traum in Tansania, den sie Stand jetzt immer wieder erleben möchten.

"Auf jeden Fall! So eine Erfahrung bleibt fürs ganze Leben und wir glauben, dass man aus so einer Zeit unglaublich viel mitnimmt. Und warum sollte man so eine Erfahrung nicht erneut machen?", sagten sie abschließend.

Die beiden Schwestern reisen unheimlich gerne. Für Jacqueline (re.) ist Tansania bereits das 24. Land der Welt.
Die beiden Schwestern reisen unheimlich gerne. Für Jacqueline (re.) ist Tansania bereits das 24. Land der Welt.
Die Kinder aus dem Happy Watoto Camp freuen sich über den Besuch.
Die Kinder aus dem Happy Watoto Camp freuen sich über den Besuch.