Fischer-Art verschönert Leipziger Südraum: Dieser Künstler treibt's ganz schön bunt!

Borna - Michael Fischer-Art bietet beherzt der Eintönigkeit die Stirn. Als Künstler bekämpft er das Grau der Innenstädte mit Farben und Figuren. Nun will sich der 50-Jährige den Leipziger Südraum vorknöpfen - und "vermöbeln". Er hat seinen Wohnsitz und sein Atelier von Leipzig nach Borna verlegt und sprüht nur so vor Ideen.

Blick in das riesige, neue Atelier in der ehemaligen Witznitzer Brikettfabrik. Dort fand auch die Matchbox-Sammlung des Künstlers einen würdigen Platz. Er besitzt insgesamt gut 8000 kleinen Kultautos.
Blick in das riesige, neue Atelier in der ehemaligen Witznitzer Brikettfabrik. Dort fand auch die Matchbox-Sammlung des Künstlers einen würdigen Platz. Er besitzt insgesamt gut 8000 kleinen Kultautos.  © Eric Münch

Die ehemalige Brikettfabrik Witznitz am Stadtrand von Borna ist die neue Heimstatt von Michael Fischer-Art.

Die Sanierung und der Umbau der ersten beiden Gebäude eines denkmalgeschützten Industrie-Komplexes hat den vielseitigen Künstler monatelang beschäftigt. Der Kreative hauchte der alten Fabrik neues Leben ein, schuf dort einen Freiraum für seine Träume und seine Familie.

Mit seiner Frau und fünf Kindern im Alter von zwei bis 19 Jahren lebt er in einer Loftwohnung auf drei Etagen. Vom Sofa aus kann er in die alte Maschinenhalle und sein 500 Quadratmeter großes Atelier blicken.

"Wenn ich dort arbeite, sehe ich durch die großen Glasfronten die Sonne im Tagesverlauf wandern. Das Licht ist fantastisch", schwärmt der Künstler inspiriert.

Der Marathonläufer Michael Fischer-Art strotzt vor Kraft und Elan.

Die Projekte, denen er sich jetzt verschrieben hat, liegen vor allem vor seiner Haustür und ihm am Herzen: "Der Kohlebergbau prägte den Leipziger Südraum über Jahrzehnte. Die gesamte Region ist im Um- und Aufbruch. Mit meiner Kunst möchte ich einen Beitrag dazu leisten, sie lebenswerter und attraktiver zu machen."

Michael Fischer (50) - Künstlername Michael Fischer-Art - war Maurer und Hausmeister, bevor er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst sein Diplom machte. Markenzeichen seiner Werke sind satte Farben, große Flächen und comicartige „Muppets“-Figuren.
Michael Fischer (50) - Künstlername Michael Fischer-Art - war Maurer und Hausmeister, bevor er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst sein Diplom machte. Markenzeichen seiner Werke sind satte Farben, große Flächen und comicartige „Muppets“-Figuren.  © Eric Münch

Fischer-Art plant einen farbenfrohen-funktionalen Neubau als Ersatz für die angejahrte Zentralhaltestelle in Borna.

"Die ist so hässlich, die muss weg", verkündet der Künstler energisch.

Er wirbt um Spenden für die neue Stadtmöblierung, will aus dem Projekt eine Mitmach-Aktion für Schüler und Eltern machen. Gern würde er auch die Fassade der Oberschule in Kitzscher gestalten - bislang gab es dafür aber noch kein grünes Licht.

Die Baugenehmigung für zwei Riesen-Skulpturen als weithin sichtbare Landmarken an der neu entstehenden Autobahn 72 zwischen Böhlen und Rötha besitzt Fischer-Art bereits. "Das werden Stahlskelett-Skulpturen", erklärt der Neu-Bornaer.

Ein ähnliches Projekt hat Michael Fischer-Art für die Witznitzer Brikettfabrik in Angriff genommen. Er will das Gebäude neben seiner Wohn- und Arbeitsstätte sanieren und zum Mehrzweckhaus mit Lofts umbauen. Auf dem Dach plant er die Installation von bis zu 18 Meter hohen Figuren.

"Die Idee ist, dass die Figuren anlässlich des 30. Jahrestags der Wende 2019 erstrahlen", sagt er, der seine Arbeiten in Anlehnung an den Sozialistischen Realismus gern als "Marktwirtschaftlichen Realismus" bezeichnet.

Titelfoto: Eric Münch

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