Wie im Horrorfilm: Fledermäuse überfallen Menschen nachts im Schlaf

Die Vampirfledermaus kommt nur in Amerika vor, kann aber extrem gefährlich sein.
Die Vampirfledermaus kommt nur in Amerika vor, kann aber extrem gefährlich sein.

Salvador - Matheus Andrade wachte eines Morgens auf und wunderte sich, warum sein Bett nass ist. Es hatte die ganze Nacht in seiner brasilianischen Heimat geregnet. Doch als er merkte, dass kein Wasser seine Laken getränkt hatte, sondern sein eigenes Blut, stand er unter Schock!

Seit März hält eine schier unglaubliche Vampirfledermaus-Plage die Menschen in der Stadt Salvador in Atem. Denn die Szenen, die sich dort abspielen, erinnern an den Horrorfilm "Die Vögel" von Alfred Hitchcock.

Nachts fliegen die Vampirfledermäuse durch die offenen Fenster, beißen die Menschen in die Füße und Zehen. Wenn sie die Fenster schließen, krachen die aggressiven Tiere dagegen.

"Ich wurde dreimal gebissen, zweimal in meine Zehen, einmal in meine Ferse und das an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Mitte Mai", beschreibt Andrade. Erst beim zweiten Biss sei ihm klar geworden, dass ihn eine Vampirfledermaus gebissen hatte. Die Tiere sind so aggressiv und nähern sich den Menschen, weil sie mit Tollwut infiziert sind.

Die Bewohner werden nachts im Schlaf von den Vampirfledermäusen gebissen. Manche sind mit Tollwut infiziert.
Die Bewohner werden nachts im Schlaf von den Vampirfledermäusen gebissen. Manche sind mit Tollwut infiziert.

"Normalerweise schlafen wir bei offenem Fenster und Türen, so konnten die Vampirfledermäuse hineinfliegen. Meine Wunden waren klein, aber tief. Das Blut war dunkel und dickflüssig und die Wunde wollte einfach nicht aufhören zu bluten, bis ich sie ausgewaschen haben", sagt Andrade der Daily Mail.

Diesen Fehler machte auch Edivalson Francisco Souza, ein Milchbauer in Paramirim. Er trat beim Melken einer Kuh auf eine tollwut-infizierte Vampirfledermaus, die ihn in den Fuß biss. Er wusch die Wunde aus, ging aber erst drei Wochen später zum Arzt, als er bereits über schlimme Kopfschmerzen, Übelkeit, und Kurzatmigkeit klagte. Erst dann erinnerte er sich an den Vorfall, doch da war es bereits zu spät.

Das Tollwut-Testergebnis war positiv, aber für die Ärzte war es zu spät, um ihm mit einer Impfung das Leben zu retten. Seitdem sind die Menschen in Aufruhr.

Weil Matheus Andrade und seine Familie ebenfalls vom Tod des Milchbauern erfuhren, gingen er und seine Mutter, die ebenfalls nachts im Bett gebissen wurde, ins Krankenhaus.

Dort wurde ihnen eine 30-Tage-Impfkur gegen Tollwut und Tetanus verschrieben. Jeden Tag bekommen sie eine Spritze gegen diese Krankheiten.

Die kleinen Vampirfledermäuse kommen nur in Amerika vor und punktieren die Haut ihrer Opfer, bevor sie dort das Blut herausziehen.

Ein Experte auf dem Gebiet erklärt: "Der Biss verursacht keinen intensiven Schmerz, weil im Fledermaus-Speichel eine schmerzstillende und eine gerinnungshemmende Substanz enthält. Die letztere führt dazu, dass die Wunde nicht schnell heilen kann."

In der brasilianischen Stadt Salvador wurde nun eine Task-Force gebildet, die den Menschen helfen soll, mit der Plage fertig zu werden. Sie geben den Betroffenen Tipps, wie man sich schützen kann, in dem sie zum Beispiel Fenster und Türen geschlossen halten, Risse in ihren Dächern als mögliche "Türöffner" für die Tiere kitten, dunkle Bereiche im Haus auch über Nacht ausleuchten und kein Obst über Nacht draußen stehen lassen.

Zudem versuchen sie, die Tiere einzufangen und ihnen eine Giftpaste zu verabreichen, um sie auszurotten damit die Menschen wieder in Ruhe schlafen und leben können.


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