Bürgermeisterin genervt: Diese Brücke macht nichts als Ärger

Keine Überfahrt für Autos! Doch Besserung ist nicht in Sicht.
Keine Überfahrt für Autos! Doch Besserung ist nicht in Sicht.

Von Pia Lucchesi

Neissaue - In Deschka (Gemeinde Neißeaue) bei Görlitz sorgt eine schmale Grenzbrücke immer wieder für fetten Ärger. Die Bürgermeisterin ist restlos genervt.

Das 266-Seelen-Dorf Deschka und die polnische Kleinstadt Piensk verbindet seit ein paar Jahren eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer.

Die Flussquerung wurde mit EU-Mitteln gebaut, genauso wie die deutsch-polnische Kita in Deschka. „In der Einrichtung halten wir 15 Plätze für polnische Kinder vor“, sagt Bürgermeisterin Evelin Bergmann (57).

Damit die polnischen Eltern ihre Sprösslinge mit dem Auto auf direktem Wege in diese Kita bringen können, stellte das Landratsamt Görlitz Sondergenehmigungen zum Befahren der Brücke aus.

Schon im Sommer war die Grenzbrücke ein Anliegen von Bürgermeisterin Evelin Bergmann. Doch bis jetzt hat sich nichts getan.
Schon im Sommer war die Grenzbrücke ein Anliegen von Bürgermeisterin Evelin Bergmann. Doch bis jetzt hat sich nichts getan.

uch für einige Firmen machte das Amt Ausnahmen und entsprechende Papiere fertig. Bergmann: „Die Sondergenehmigungen sollen bis zur Einweihung einer neuen Autobrücke gelten.“

Das Problem: Diese Brücke, die von Polen aus gebaut werden würde, ist nicht in Sicht. Und in Deschka machen Hardliner darum Stimmung. Sie fordern eine autofreie Brücke, pochen auf die Durchsetzung eines entsprechenden Bürgervotums letzten Sommer.

Nur: „Die Genehmigungen werden nach Bundesrecht vergeben. Jeder kann sie für sich einklagen“, erklärt Evelin Bergmann. Neuer Ärger dann im November: Diebe klauten den Poller vor der Brücke.

Ungebremst rollte der kleine Grenzverkehr. Im Dezember stoppten die Autogegner das wilde Treiben mit einem Betonklotz vor der Brücke.

Bergmann ließ den Brocken entfernen. Der Landrat besorgte einen klappbaren Bügel. Der sichert seit zehn Tagen die Brücke. Und nun sammelt man Spenden für einen neuen Poller. Kosten: 5000 Euro.

Die BM stöhnt: „Ich hoffe, der steht dann ewig.“

Fotos: Christian Suhrbier, Rolf Ullmann


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