Machtwechsel in Hamburg? Das sagt die neue Wahl-Umfrage dazu

Hamburg - Wenige Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Regierungsparteien SPD und Grüne ab.

Peter Tschentscher (links) und Katharine Fegebank regieren derzeit zusammen, kämpfen nun aber ums Bürgermeisteramt. (Archivbild)
Peter Tschentscher (links) und Katharine Fegebank regieren derzeit zusammen, kämpfen nun aber ums Bürgermeisteramt. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa

Die SPD Hamburg kann sich laut einer neuen Umfrage trotz herber Verluste knapp vor den Grünen als stärkste politische Kraft behaupten.

Wenn an diesem Sonntag Bürgerschaftswahl wäre, kämen die Sozialdemokraten auf 29 Prozent, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hamburger Abendblatts.

Die Grünen landeten bei 26 Prozent. Drittstärkste Kraft würde der Umfrage zufolge die CDU mit 16 Prozent, was fast genau dem Wahlergebnis von 2015 entspräche.

"Wir haben eine Super-Absprungbasis", sagte die Grünen-Spitzenkandidatin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) am Rande des Neujahrsempfangs des Hamburger Abendblatts zu dem Umfrageergebnis.

Es sei eine herausfordende Situation, Wahlkampf gegen den Koalitionspartner SPD zu machen. Sie freue sich aber darauf.

"Ich werde die nächsten Wochen mit sehr viel Spielfreude, mit sehr viel Lust und sehr viel Leidenschaft antreten, einfach zeigen, was wir im Angebot haben, wofür wir inhaltlich stehen, was sich in der Stadt verändern wird."

Der Umgang mit dem Koalitionspartner sei weiter professionell, "fast freundschaftlich".

CDU will sich von Koalition deutlich absetzen

Marcus Weinberg ist Spitzenkandidat der CDU für die kommende Bürgerschaftswahl in Hamburg. (Archivbild)
Marcus Weinberg ist Spitzenkandidat der CDU für die kommende Bürgerschaftswahl in Hamburg. (Archivbild)  © Christian Charisius/dpa

Zu möglichen künftigen Regierungskonstellationen in der Stadt sagte Fegebank, ihre absolute Präferenz sei Grün-Rot.

"Aber in Zeiten wie diesen soll es keine Ausschließeritis geben." Man müsse sich mit allen demokratischen Parteien an einen Tisch setzen.

"Die Wahlen im Osten haben gezeigt, was passiert, wenn man im Vorfeld Gespräche verweigert oder Koalitionen ausschließt...Man hat die Möglichkeit verspielt, eine funktionierende Regierung zu bilden."

Freude auch bei der Bundesspitze der Grünen: "Das sind Super-Umfragen", sagte der Bundesvorsitzende Robert Habeck auf dem Abendblatt-Empfang.

"Drei Prozent, bevor der Wahlkampf beginnt, ist zu machen."

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg sah in den Zahlen eine gute Ausgangsposition für seine Partei, die aber noch deutlich besser werden müsse.

"Ich habe großes Vertrauen, dass es uns gelingt in den nächsten Wochen, noch einiges an Stimmen zu holen. Insofern sind 16 Prozent in Ordnung, aber wir kämpfen um mehr." Im Wahlkampf werde sich die CDU deutlich absetzen von SPD und Grünen.

Hohe Zustimmung für Peter Tschentscher

Die Hamburgische Bürgerschaft wird im Februar neu gewählt. (Archivbild)
Die Hamburgische Bürgerschaft wird im Februar neu gewählt. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa

Bei der Bürgerschaftswahl 2015 war die SPD auf 45,6 Prozent gekommen, die Grünen erreichten 12,3 Prozent. SPD und Grüne führen den Senat der Hansestadt unter der Leitung von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gemeinsam.

Bei der Bürgerschaftswahl am 23. Februar setzt Fegebank allerdings auf eine Umkehr der Verhältnisse.

Die Linken könnten sich der Umfrage zufolge von 8,5 auf 10 Prozent steigern. FDP und AfD erreichten beide sieben Prozent, wobei die Liberalen 0,4 Punkte verlören und die AfD 0,9 Punkte hinzugewänne.

Der Umfrage zufolge präferieren 33 Prozent der Befragten eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition, 29 Prozent setzen auf ein grün-rotes Bündnis.

Vor allem jüngere Wähler (18- bis 44-Jährige) wollten die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin Fegebank an der Spitze sehen, bei den älteren Wählern seien es die Sozialdemokraten.

Für eine Koalition aus SPD, CDU und FDP sprachen sich 13 Prozent aus, ein "Jamaika-Bündnis" aus Grünen, CDU und FDP fand nur 9 Prozent Zustimmung.

Mit ihrem Bürgermeister sind die Hamburger demnach im Reinen. Aktuell sind laut Umfrage 60 Prozent der Hamburger mit ihm zufrieden. Fegebank kommt auf 39 Prozent Zustimmung.

Dürften die Hamburger den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin direkt wählen, käme Tschentscher auf 45 Prozent der Stimmen, Fegebank auf 24.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa


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