Strategiewechsel: Bundeswehr hält an Standort fest und sagt Schließung ab

Alt Duvenstedt - Der Bundeswehr-Standort Alt Duvenstedt mit der Hugo-Junkers-Kaserne wird entgegen bisherigen Plänen doch nicht geschlossen.

Die Hugo-Junker-Kaserne in Alt Duvenstedt soll erhalten bleiben. (Archivbild)
Die Hugo-Junker-Kaserne in Alt Duvenstedt soll erhalten bleiben. (Archivbild)  © dpa/Malte Christians

Dies gab das Verteidigungsministerium am Donnerstag bekannt. Das nördlich von Rendsburg gelegene Alt Duvenstedt gehört zu elf Standorten in Deutschland, die nunmehr bestehen bleiben sollen.

Künftig werde die Kaserne vor allem vom Seebataillon der Marine aus Eckernförde genutzt, teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungsexperte Johann Wadephul mit. Auch das Heer habe Bedarf angemeldet.

"Ich bin zuversichtlich, dass es in Zukunft auch weitere gute Nachrichten geben wird", sagte Wadephul mit Blick auf den Bundeswehr-Flugplatz im nahe gelegenen Hohn.

Dieser soll eigentlich auch geschlossen werden. Aber auch hier werde eine weitere Nutzung geprüft, sagte Wadephul. Beide Standorte sind in seinem Wahlkreis.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einer guten Nachricht nicht nur für die Region, sondern für Schleswig-Holstein.

"Es freut mich sehr, dass der Standort wieder eine Zukunft hat und dauerhaft genutzt werden soll", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Bundeswehr braucht wieder mehr Infrastruktur

Hoffnung besteht auch für den Flugplatz Hohn, auf dem eine Transall der Bundeswehr startet. (Archivbild)
Hoffnung besteht auch für den Flugplatz Hohn, auf dem eine Transall der Bundeswehr startet. (Archivbild)  © dpa/Daniel Reinhardt

Das Verteidigungsministerium erläuterte, nach fast zweieinhalb Jahrzehnten des Schrumpfens wachse die Bundeswehr wieder. Für das Mehr an Personal und Material werde mehr Infrastruktur benötigt.

In einer ersten Entscheidung war Anfang des Jahres zunächst verfügt worden, acht Munitions- und Materiallager zu erhalten oder wieder in Betrieb zu nehmen, die bereits geschlossen wurden oder dafür vorgesehen waren.

Darunter sind Lager in Ladelund und Bargum (beide Kreis Nordfriesland). Für Bargum ist die Wiederinbetriebnahme für die zweite Hälfte der Zwanzigerjahre vorgesehen, für Ladelund 2031.

Seit einigen Jahren würden viele Standortentscheidungen wegen der sich verschlechternden sicherheitspolitischen Lage und dem daraus resultierenden wieder gewachsenen Bedarf der Bundeswehr neu bewertet, äußerte Wadephul.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe ihm geschrieben, die Hugo-Junkers-Kaserne werde für die Zwecke der Bundeswehr dauerhaft benötigt. "Das sei eine sehr gute Nachricht für die Region und für die Bundeswehr."

Titelfoto: dpa/Malte Christians


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