Zwei Frauen trauen sich in Kapelle ohne Religion

"Ja, ich will". Debora Lautenschläger (24, l.) und Nadine Oltersdorf (39) sind seit gestern verheiratet.
"Ja, ich will". Debora Lautenschläger (24, l.) und Nadine Oltersdorf (39) sind seit gestern verheiratet.  © Peter Zschage

Callenberg - Für die einen ist es gottlos, für andere eine Marktlücke: Seit gestern wird in Callenberg (Landkreis Zwickau) in der ersten religionsfreien Kapelle Deutschlands geheiratet.

Und auch das Premieren-Paar war alles andere als klassisch: Mit Nadine Oltersdorf (39) und Debora Lautenschläger (24) gaben sich Freitagmittag zwei Frauen das Ja-Wort. Die Jüngere schwärmte: "Das hat uns gleich zugesagt. Es hat das Flair einer Kirche, ist aber keine Kirche."

Die Idee für die bundesweit einmalige Kapelle hatte Tino Taubert (54). Der Event-Manager hat in seiner Karriere bereits mehr als 400 Hochzeiten geplant und gestaltet: "Da habe ich gemerkt, dass für diese Art von Trauungen ein großer Bedarf herrscht."

Seit 2011 wurde geplant und getüftelt. Untergebracht ist die Kapelle in einem alten Pferdestall, gestaltet ist sie im Renaissance-Stil. 70 Gäste finden hier Platz.

Freitag spielte Callenbergs Bürgermeister Daniel Röthig den "Pfarrer", die Kapelle gilt offiziell als Außenstelle des Standesamts von Hohenstein-Ernstthal. Die ersten Anmeldungen für 2018 sind schon eingegangen. Infos: www.hochzeitskapelle-callenberg.de

Tino Taubert (54) hatte 2011 die Idee zur konfessionslosen Kapelle. Die Kapelle ist eine offizielle Außenstelle der Standesamts in Hohenstein-Ernstthal.
Tino Taubert (54) hatte 2011 die Idee zur konfessionslosen Kapelle. Die Kapelle ist eine offizielle Außenstelle der Standesamts in Hohenstein-Ernstthal.  © Peter Zschage
Callenbergs Bürgermeister Daniel Röthig war gestern der "Pfarrer".
Callenbergs Bürgermeister Daniel Röthig war gestern der "Pfarrer".  © Peter Zschage

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