Blutbad von Ebersdorf: So lief der grausame Mord ab

Susan A. am Montag vor dem Landgericht.
Susan A. am Montag vor dem Landgericht.  © Harry Härtel/Haertelpress

Chemnitz - Fortsetzung im Mordprozess um die "schwarze Witwe" von Ebersdorf, Susan A. (31) und ihren mitangeklagten Ex-Liebhaber Jan D. (39): Der Saal 0.36 im Landgericht Chemnitz wurde für die Beteiligten und die Zuschauer zum gruseligen Kino.

Karl-Ekkehart A., damals 58 Jahre alt, wurde brutal mit einer Machete getötet.

Am 6. Dezember 2016 hatte der inzwischen wegen des Mordes verhaftete Jan D. die Ermittler zum Tatort geführt und ihnen dort knapp 60 Minuten lang den Ablauf minutiös geschildert.

Der Ortstermin wurde auf Video aufgezeichnet und am Montag im Landgericht vorgeführt.

Es sind düstere Einblicke in die Wohnung, die in einem Vierseitenhof an der Mittweidaer Straße untergebracht war.

Jan D. beschrieb den Beamten am Tatort den grausigen Mord.
Jan D. beschrieb den Beamten am Tatort den grausigen Mord.  © Harry Härtel/Haertelpress

Die Einrichtung des Wohnzimmers ist lieblos, auf einem Sofa liegt eine Babypuppe aus Plastik, mitten im Raum steht ein vollbehängter Wäscheständer. Gegenüber ein Regal, in welchem hauptsächlich Schnapsflaschen stehen. An der Wand das dunkelgrüne Sofa - der Tatort.

Jan D. atmet schwer, schüttelt immer wieder den Kopf, als er den Tatort betritt.

Polizisten stehen als "Schauspieler" bereit, sie sollen das spätere Opfer und die Mitangeklagte Susan A. darstellen. Leise stammelt er: "Das ist komisch", als er in den Raum blickt. Immer wieder schaut er sich um, grübelt.

Dann dirigiert er die beiden Beamten aufs Sofa. Sagt "bitte", überlegt immer wieder lange Sekunden. Kneift die Augen zusammen, stammelt. Auf dem Fußboden das geronnene Blut, notdürftig mit Papiertüchern abgedeckt.

In dem Vierseithof passierte das schreckliche Verbrechen.
In dem Vierseithof passierte das schreckliche Verbrechen.  © Harry Härtel/Haertelpress

Jan D. ist aufgewühlt, weint, greift zu einem Taschentuch. Die Beamten machen eine Pause, bringen dem Chemnitzer ein Glas Wasser. Mit einer Spielzeug-Machete stellt der Angeklagte die Tat dann nach.

Susan A. sitzt laut Jan D. nackt auf dem Gesicht ihres gehassten Ehemannes. Während dieser sie oral befriedigt, nähert sich Jan D. leise auf Socken. Maskiert, in der rechten Hand die Machete. "Dann hat sie sich noch kurz umgedreht, mich angeschaut. Ich hab die Machete mit einem Schnitt durch seinen Hals gezogen."

Im Todeskampf greift Karl-Ekkehart A. nach der rechten Hand seines mutmaßlichen Mörders. Jan D. erinnert sich: "Wir stolperten rückwärts. Ich prallte gegen eine Wand. Wir sackten beide zusammen." Die Männer liegen auf dem Boden, Jan D. hat den sterbenden 58-Jährigen auf dem Bauch liegen. "Ich hatte sein Blut im Gesicht."

Susan A., der in der Hektik die Achillessehnen durchtrennt werden, schaut dem Todeskampf laut dieser Schilderung sprachlos zu. "Dann griff sie zum Handy und rief die Polizei", erinnert sich Jan D. stockend. Blutüberströmt zieht er sich seine sorgfältig an der Wand abgestellten "Asics"-Turnschuhe an, verschwindet mit seinem Fahrrad in der dunklen, Ebersdorfer Nacht.

Susan A. berichtet den Einsatzkräften von einem Überfall durch drei Männer. Erst, als Jan D. seine Ex-Geliebte schwer belastet ("Den Plan hat sie mir einen Tag vorher so gesagt."), wird die zweifache Mutter im November 2016 festgenommen. Die Handschellen klicken damals in einer Reha-Klinik, in welcher ihres schweren Beinverletzungen behandelt wurden.

Die Verteidiger von Susan A. bezweifeln die Variante des Mitangeklagten, bezeichnen Abläufe als unlogisch. Der Prozess wird am 31. Juli fortgesetzt.


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