Attentäter behauptet: Die drei Syrer waren Mitwisser!

In dieser Wohnung in der Straße Usti nad Labem in Chemnitz plante der 22-Jährige offenbar einen Anschlag.
In dieser Wohnung in der Straße Usti nad Labem in Chemnitz plante der 22-Jährige offenbar einen Anschlag.

Leipzig/Chemnitz - Der Fall Dschaber al-Bakr (22) wird immer verworrener. Im Verhör hat der Attentäter nun behauptet, dass auch die drei Syrer, die den 22-Jährigen später gefesselt auslieferten, in die Anschlagspläne eingeweiht gewesen sein.

So habe der MDR bei Recherchen erfahren, dass al-Bakr bei der polizeilichen Vernehmung erklärte, dass seine Landsleute "in der Geschichte mit drin" steckten. 

Was genau hinter diesen Vorwürfen steckt, ist unklar. Der Strafverteidiger des mutmaßlichen Terroristen, der Dresdner Alexander Hübner, hat seinem Mandanten vor dem Haftrichter zum Schweigen geraten.

Gegenüber dem MDR schließt er aber nicht aus, dass sich al-Bakr "zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu den Vorwürfen äußert".

Das ist der Strafverteidiger von al-Bakr: Der Dresdner Anwalt Alexander Hübner.
Das ist der Strafverteidiger von al-Bakr: Der Dresdner Anwalt Alexander Hübner.  © Sven Hoppe

Sollte der Anschlag etwa noch in dieser Woche erfolgen?

Alle Hinweise, welche dem Verfassungsschutz vorliegen, sprechen dafür! Das bestätigte der Präsident der Behörde, Hans-Georg-Maaßen, der F.A.Z.

Deswegen kam der Zugriff am Samstagmorgen auch genau zur richtigen Zeit. Der Geheimdienst habe präzise Hinweise gehabt, "dass der Verdächtige schon in dieser Woche einen Anschlag verüben könnte", so Maaßen.

Als mögliche Ziele wurden Flughäfen und Bahnhöfe genannt. 

In seiner Chemnitzer Wohnung hatte er dafür 1,5 Kilogramm hochexplosiven Sprengstoff gelagert, soll sich zudem aus dem Teppich eine Sprengweste geschnitten haben.

Der mutmaßliche Terrorist al-Bakr (22) schleppt eine große Kiste zu seiner Wohnung.
Der mutmaßliche Terrorist al-Bakr (22) schleppt eine große Kiste zu seiner Wohnung.  © Polizei Sachsen

Seit der Syrer im Herbst 2015 mehrere Reisen in die Türkei und nach Syrien unternommen hatte (TAG24 berichtete), rückte er ins Visier des Geheimdienstes.

Laut Innenminister Thomas de Maizière gab es aber bei den Recherchen keine relevanten Treffer. 

Wie das MDR-Magazin "Exakt" herausfand, sympathisierte al-Bakr spätestens seit Januar 2016 stark mit dem Islamischen Staat (IS).

Ob auch die drei Leipziger Syrer mit der Terrormiliz in Verbindung stehen, ist zwar im Angesicht deren heldenhafter Auslieferung des Flüchtigen paradox - doch auch diesen Vorwurf muss die Staatsanwaltschaft jetzt prüfen.

Erst am Mittwoch forderten zahlreiche SPD- und CDU-Politiker, den drei Syrern das Bundesverdienstkreuz zu verleihen (TAG24 berichtete).

Sie hatten ihren Landsmann zunächst in ihrer Wohnung im Leipziger Stadtteil Paunsdorf aufgenommen, ihn dann aber gefesselt und die Polizei gerufen.

In dieser Wohnung in Leipzig-Paunsdorf hielten drei Syrer ihren Landsmann fest und alarmierten die Polizei.
In dieser Wohnung in Leipzig-Paunsdorf hielten drei Syrer ihren Landsmann fest und alarmierten die Polizei.  © DPA

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