Gastronomie, Toiletten und Parkplätze fehlen: Wie geht es im Küchwald weiter?

Chemnitz - Im Küchwald brodelt es: Das grüne Kleinod mit Parkeisenbahn, Küchwaldbühne, Kosmonautenzentrum und Schullandheim zieht jährlich Zehntausende Besucher an. Doch es fehlt an Gastronomie, öffentlichen Toiletten, Beschilderung, Parkplätzen. Der Umbau des Bahnhofs stockt. Ein Rahmenplan von 2001, der 2016 aktualisiert wurde, bewirkte wenig.

Rainer Friedel (70) und Klaus Neumann (70) bauten vor dem Saisonstart der Parkeisenbahn die Bänke auf.
Rainer Friedel (70) und Klaus Neumann (70) bauten vor dem Saisonstart der Parkeisenbahn die Bänke auf.  © Klaus Jedlicka

Wenn nächste Woche die Parkeisenbahn im Küchwald ihre erste Runde dreht, ist die Freude über den Saisonstart getrübt, denn eigentlich sollte der Umbau des maroden Bahnhofs für rund 500.000 Euro längst im Gange sein. Als Eigenmittel stehen schon seit zwei Jahren 57.000 Euro im Stadthaushalt bereit.

"Wir haben seit fünf Jahren eine Baugenehmigung, alles war geplant", sagt der kaufmännische Geschäftsführer Dietmar Holz (58). "Als wir im Herbst die Fördermittel beantragen wollten, zog die Stadt die Planung plötzlich an sich und beauftragte einen neuen Architekten. Bis der fertig geplant hat, gibt es vielleicht keine Fördermittel mehr."

Baubürgermeister Michael Stötzer (45, Grüne) begründete das am Montag: "Es gibt neue Erkenntnisse zur Tragfähigkeit des Baugrundes. Außerdem muss eine barrierefreie Nutzung in die Planungen einfließen. Das war noch nicht gegeben."

Parkeisenbahner Holz wünscht sich mehr Unterstützung: "Im Küchwald gibt es viele Einzelkämpfer, die Projekte voranbringen. Aber der große Wurf für die Infrastruktur des ganzen Naherholungsgebietes fehlt. Das wäre Aufgabe der Stadt."

Auch Stadtrat Andreas Wolf-Kather (42, Vosi) wundert sich: "Neue Konzepte allein nützen wenig, wenn das alte noch nicht ausgewertet ist und die Akteure vor Ort nicht entsprechend einbezogen werden."

Der Stadtrat bat deshalb schon im Herbst bei Baubürgermeister Michael Stötzer um eine detaillierte Auskunft. Eine Antwort gab es bisher nicht. "Ich habe deshalb um ein persönliches Gespräch mit Herrn Stötzer gebeten. Denn hier werden Chancen vertan", so Andreas Wolf-Kather.

Rainer Friedel (70) und Christian Rade (53) machen eine der Dieselloks fit für den Fahrbetrieb.
Rainer Friedel (70) und Christian Rade (53) machen eine der Dieselloks fit für den Fahrbetrieb.  © Klaus Jedlicka
Die Freilichtbühne wurde von einem Verein vor dem Verfall gerettet.
Die Freilichtbühne wurde von einem Verein vor dem Verfall gerettet.  © Peter Zschage

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