Wer Rassist ist, fliegt raus! Unternehmer setzen Zeichen und warnen ihre Mitarbeiter

Chemnitz - Die rechten Demos und Übergriffe in Chemnitz schaden auch der Wirtschaft. 64 Unternehmen und Verbände setzen deshalb ein Zeichen mit der Aktion "Chemnitz ist weder grau noch braun". Die Unternehmer hängen nicht nur bunte Transparente auf, sie drohen rechten Mitarbeitern sogar mit Rausschmiss.

Ullrich Hintzen (65), Fasa AG: "Rassismus führt im Ernstfall bis zur Kündigung."
Ullrich Hintzen (65), Fasa AG: "Rassismus führt im Ernstfall bis zur Kündigung."  © Sven Gleisberg

Dr.  Guntram Schönherr (59), Personalchef der Firma Sachsen Guss, betont: "Wir haben 700 Mitarbeiter, darunter 85 anderer Nationen. Für alle gelten Regeln und Werte, darunter Respekt. Rassismus lassen wir uns nicht bieten. Das führt im Ernstfall zu Konsequenzen bis zur Kündigung."

Der Chef der Baufirma Fasa, Ullrich Hintzen (65), hielt nach den "schockierenden Demos" eine Ansprache an die 60 Mitarbeiter: "Alle sollten auch privat darauf hinwirken, dass wir braune Tendenzen nicht zulassen." Wer dagegen verstößt, muss zum Chef.

"Keine verfassungsfeindlichen Äußerungen oder Aktionen" duldet Tim Neugebauer (37) bei seinen 30 Mitarbeitern der Firma dmk e-business. Besonders schlimm fände er Rassismus am Arbeitsplatz: "Da gäbe es null Toleranz, das würden wir ahnden."

"Respekt - kein Platz für Rassismus" fordert VW Sachsen an allen Werktoren von seinen gut 10 000 Mitarbeitern. Für den Betriebsratsvorsitzenden in Chemnitz, René Utoff (46), keine hohle Phrase: "Wer braune Gesinnung zur Schau stellt, handelt geschäftsschädigend und stört den Betriebsfrieden." Bei VW gab es bereits Entlassungen von Mitarbeitern, die rechte Propaganda auf dem Dienst-PC speicherten.

Eins Energie schult seine 1100 Mitarbeiter zu seinen Compliance-Regeln, die auch für Facebook-Postings gelten. Geschäftsführer Roland Warner (54) zeigt bei Rassismus kein Pardon: "Das kann zu Konsequenzen für das Arbeitsverhältnis und zu Schadensersatzforderungen führen."

VW fordert Respekt von seinen Mitarbeitern. Betriebsrats-Chef René Utoff (46) steht dazu.
VW fordert Respekt von seinen Mitarbeitern. Betriebsrats-Chef René Utoff (46) steht dazu.  © Sven Gleisberg
Eins-Chef Roland Warner (54) kennt bei Rassismus "kein Pardon".
Eins-Chef Roland Warner (54) kennt bei Rassismus "kein Pardon".  © Uwe Meinhold
64 Unternehmen und Verbände zeigen in einer bundesweiten Plakat- und Anzeigenaktion ein buntes Chemnitz.
64 Unternehmen und Verbände zeigen in einer bundesweiten Plakat- und Anzeigenaktion ein buntes Chemnitz.  © Uwe Meinhold

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