Schon Michael Ballack büffelte hier: Chemnitz hat die beste Sportschule

Jörg Bretschneider (50) und Leichtathletin Lilli Schröder (15) freuen sich über 10.000 Euro von der Sparkasse und dem DOSB.
Jörg Bretschneider (50) und Leichtathletin Lilli Schröder (15) freuen sich über 10.000 Euro von der Sparkasse und dem DOSB.  © Uwe Meinhold

Chemnitz - Ob Fußballstar Michael Ballack (40), Kugelstoßer David Storl (26) oder Kunstturnerin Sophie Scheder (20): Alle waren sie Schüler der Sportschule Chemnitz. Und die wurde jetzt vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als "Eliteschule des Jahres" ausgezeichnet! Heißt: Das Chemnitzer Sportgymnasium und die Sportoberschule ist bundesweit spitze!

"Das macht uns ziemlich stolz", sagt Steffen Kamprad (59), Schulleiter des Sportgymnasiums. "Die Auszeichnung ist für uns so viel wert wie ein Olympiasieg, weil die harte Arbeit von uns und unseren Schülern gewürdigt wird."

Mit dem Prädikat wird jährlich nur eine Schule deutschlandweit ausgezeichnet. Vor Kurzem durfte sich die Schule schon einmal freuen. Denn Schüler und Leichtathlet Max Heß (20) darf "Eliteschüler des Sports" nennen.

Die Turnerinnen Sophie Scheder (20) und Pauline Schäfer (20) kommen ebenfalls aus der Chemnitzer Talentschmiede.
Die Turnerinnen Sophie Scheder (20) und Pauline Schäfer (20) kommen ebenfalls aus der Chemnitzer Talentschmiede.  © Maik Börner

"Das Engagement aller trägt Früchte: Zahlreiche Nachwuchstalente haben es bis zu den Olympischen Spielen geschafft und sogar Medaillen mit nach Chemnitz gebracht. Bei Olympia in Rio beispielsweise gewann Sophie Scheder am Stufenbarren Bronze und Anja Mittag wurde Olympiasiegerin mit der Fußballmannschaft", begründet Olav Spahl vom DOSB die Entscheidung für Chemnitz.

"Ich habe hier viele Talente kommen und wachsen sehen", sagt Kamprad, der seit 2003 Schulleiter ist. "Die nächste Generation Spitzensportler steht auch schon in den Startlöchern."

Mit der Auszeichnung gab’s übrigens auch 10.000 Euro Fördergelder.

Profi-Fußballer Michael Ballack (40) ging hier zur Schule.
Profi-Fußballer Michael Ballack (40) ging hier zur Schule.  © Picture Point
Eliteschule des Jahres: Die Sportschule Chemnitz wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ausgezeichnet.
Eliteschule des Jahres: Die Sportschule Chemnitz wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ausgezeichnet.  © Uwe Meinhold

Im Schatten spitze

Kommentar von Caroline Staude

"Eliteschule des Jahres" - eine tolle Auszeichnung für die Chemnitzer Sportschule. Rückt sie doch die Leistungen der hiesigen Leichtathleten, Turner oder Radsportler einmal mehr in den Mittelpunkt. Und genau das brauchen diese Sportarten auch dringend. Denn allzu oft werden sie neben den „Großen“, wie zum Beispiel dem Fußball, vergessen.

Bei Gelegenheiten wie diesen - solch einen hochwertigen Titel vom Olympischen Sportbund verliehen zu bekommen - sollte es nicht nur Glückwünsche von allen Seiten geben. Vielmehr muss die Sportschule auch finanziell und politisch mehr unterstützt werden. Schließlich ist Chemnitz nachweislich die Schmiede der Olympia-Sieger von morgen.

Die Vielfalt an Sportarten ist großartig, doch die Sportförderung hinkt da leider hinterher. Da geht es viel zu oft nur um den Medaillenspiegel und Erfolge. Sportarten mit geringen Medaillenaussichten bekommen wenig bis gar kein Geld. Das ist unfair. Ohne Moos nix los - das gilt auch für Randsportarten.


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