Acki stemmt sich gegen die Verdrängung

Ackis Sportsbar von oben (vorne). 
Auf der anderen Straßenseite sind schon Neubauen hochgezogen, auch hinter der 
Bar selbst sind Bauarbeiten angelaufen.
Ackis Sportsbar von oben (vorne). Auf der anderen Straßenseite sind schon Neubauen hochgezogen, auch hinter der Bar selbst sind Bauarbeiten angelaufen.  © Ove Landgraf

Dresden - Seit 20 Jahren treffen sich Dynamo-Fans vor und nach den Spielen bei „Ackis“ in dem alten Pavillon am Straßburger Platz.

Rundherum hat sich die Welt inzwischen verändert. Die citynahen freien Flächen hat die Stadt längst als Bauland im Visier. Das bringt wilde Spekulationen über die Zukunft von „Ackis Sportsbar“ mit sich.

Das Gebiet zwischen Lennéstraße und Pirnaischem Platz soll laut Beschluss für einen Bebauungsplan zum „Stadtquartier am Blüherpark“ werden. Vorgesehen ist eine „maßvolle Verdichtung der Quartiere“ an der Grunaer Straße. Ackis Pacht-Pavillon steht genau in diesem Gebiet. Doch die Fans können vorerst noch ein Weilchen aufatmen: Der Vorentwurf für den Bebauungsplan ist noch nicht fertig. Außerdem: „Eine Veräußerung der städtischen Immobilie ist kurzfristig nicht zu erwarten“, so Stadtsprecher Karl Schuricht.

Doch wenn es dann so weit sein wird, gilt als sicher, dass bei neuer Bebauung im Erdgeschoss eines kommenden Neubaus Läden und Gastronomie ihren Platz finden werden. Darf Acki dann bleiben? „Einem Verbleib einer solchen Einrichtung stehen städtebauliche Gründe prinzipiell nicht entgegen“, so Schuricht. Sprich: Wenn er sich die Miete leisten kann ...

Das sieht Wirt Rene Ackermann (43) ganz optimistisch. Sein Plan B: „Natürlich würden wir mit in ein neues Gebäude ziehen.“

Vor 20 Jahren war Vater Rainer Ackermann (62) auf den leer stehenden Souvenir-Pavillon aufmerksam geworden. Der Kfz-Schlosser fragte bei der Stadt an, die gab grünes Licht. Mit Sohn René (43), einst Fußballer, startete er die „Bierstube“, die vor ein paar Jahren in die moderner klingende „Sportsbar“ umbenannt wurde.

Eine Baugrube gibt es bereits: Drei Häuser mit dem Namen „Lenné Terrassen“ sollen bis Ende 2018 neben Ackis Terrasse entstehen.





„Wir bleiben hier“: René „Acki“ Ackermann (43) und seine Frau Susanne (37) 
wollen am angestammten Platz bleiben - ob in ihrem Flachbau oder in einem neuen 
Gebäude.
„Wir bleiben hier“: René „Acki“ Ackermann (43) und seine Frau Susanne (37) wollen am angestammten Platz bleiben - ob in ihrem Flachbau oder in einem neuen Gebäude.  © Ove Landgraf

Titelfoto: Ove Landgraf