Abgeschnitten! Landwirt Mellers Kampf gegen das Dresdner Rathaus
Dresden - Seit drei Jahren streitet sich Heribert Meller (62) von der Gutsverwaltung Schönfelder Hochland mit dem Straßen- und Tiefbauamt der Stadt Dresden. Der Grund: Es gibt keinen offiziellen Weg, den er mit seinen schweren Landmaschinen befahren darf, sagt er.

"Es ist eine Frechheit: Die Stadt muss laut Gesetzt dafür sorgen, dass Landwirte eine Zuwegung zu ihren Feldern haben", sagt Meller. "Seit drei Jahren habe ich keine Möglichkeit, seit drei Jahren befahren ich und meine Mitarbeiter den Bahndamm, illegal. Seit drei Jahren kommt von der Stadt keine Reaktion auf mein Anliegen."
Das Problem: Früher konnte Meller einen Privatweg nutzen, das geht aber nicht mehr. "Der Fuß- und Radweg auf dem alten Bahndamm in Eschdorf darf von Lastwagen befahren werden. Aber genau auf den 300 Metern, die wir nutzen, gibt es keine Genehmigung dafür."
Seitens des Straßen- und Tiefbauamtes sei ihm gesagt worden, er solle den Weg über den Triebenberg nehmen. "Der ist aber zu steil für meine schweren Landmaschinen. Auch über die Bergstraße kann ich nicht fahren, die ist zu eng." Wie schwierig die Zufahrt ist, zeigte sich am Mittwoch: Als er für TAG24 dort nochmal auf sein Feld fahren wollte, riss prompt ein Druckmesser am Trecker ab.
Nach eigenen Aussagen hat Meller mehrfach versucht, mit dem Chef des Straßen- und Tiefbauamtes, Reinhard Koettnitz (63), zu sprechen. "Aber ich erhalte auf meine Anfragen nicht einmal eine Antwort", so Meller.
TAG24 fragte zum Sachverhalt ebenfalls beim Amt an. "Wir prüfen die Sache und äußern uns dann", lässt Koettnitz über die Pressestelle der Stadt ausrichten. "Das ist pure Schikane", findet Meller. Eine Einigung ist erstmal nicht in Sicht.





Titelfoto: Holm Helis