Traktoren-Blockade in Dresden: So lief die Demo der Bauern

Dresden - Am Freitag haben die Bauern mit ihrer Traktoren-Invasion in Dresden für ordentlich Lärm und Aufmerksamkeit gesorgt, das große Verkehrschaos blieb jedoch aus.

An den Traktoren haben die Bauern ihre Botschaften angebracht.
An den Traktoren haben die Bauern ihre Botschaften angebracht.  © Christian Essler

Um 1.15 Uhr am Morgen waren die Landwirte aus Sachsen teilweise aufgestanden, um sich mit ihren Traktoren auf den Weg nach Dresden zu machen.

Über Süden und Norden, Osten und Westen fuhren sie pünktlich um 5 Uhr in der Landeshauptstadt ein.

Zu dem Zeitpunkt brauchten Autofahrer ganz gute Nerven, da es durch das Auffahren auf die Brücken teilweise zu Sperrungen der Zufahrtsstraßen kam, auch Bahnen mussten kurzzeitig anhalten.

Alles in allem lief es aber reibungslos. Lediglich die Carolabrücke war über einen längeren Zeitraum voll gesperrt.

Der Verkehr war erstaunlich ruhig, offenbar hatte viele Menschen aufgrund der Vorausmeldungen auf das Auto verzichtet.

Die Landwirte kritisieren unter anderem die geplante Verschärfung der Düngeverordnung. Der Protest richtet sich gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, das etwa ein staatliches Tierwohl-Label und ein Aktionsprogramm Insektenschutz mit Einschränkungen beim Pestizide-Einsatz vorsieht. Die Landwirtschaft dürfe nicht mehr länger billiger Rohstofflieferant der Lebensmittelindustrie sein.

Das machten sie bei ihrer Kundgebung vor der Staatskanzlei auch noch einmal deutlich. Die Abfahrt verlief reibungslos, seit 11.50 Uhr rollt der Verkehr in Dresden wieder weitgehend ohne Behinderungen.

TAG24 berichtete von der Bauern-Demo im Liveticker:

11.25 Uhr: Die Albertstraße, der Carolaplatz und der Albertplatz sind teils blockiert

Die Bauern machen sich auf den Heimweg. Dadurch sind einige Stellen in Dresden wieder blockiert.

Die Bauern machen sich auf den Heimweg.
Die Bauern machen sich auf den Heimweg.  © Tom Kirsten

11.15 Uhr: Die Kundgebung ist beendet! Die Bauern starten ihre Traktoren nun wieder

Die Kundgebung ist beendet, die Bauern gehen jetzt zu ihren abgestellten Traktoren und starten diese wieder, um aus Dresden zu fahren.

10 Uhr: Traktoren mit Eiern beworfen

Auf dem Weg in die Stadt wurden einige Traktoren mit Eiern beworfen. Ein betroffener Bauer sagt: "Ich finde es schade, dass man nicht das Gespräch mit uns sucht und Lebensmittel nach uns wirft!"

Ein Traktor, der mit Eiern beworfen wurde.
Ein Traktor, der mit Eiern beworfen wurde.  © Tino Plunert

9.45 Uhr: Auch Martin Dulig spricht

Auch Martin Dulig (45, SPD) spricht bei der Kundgebung.

Martin Dulig (45,SPD).
Martin Dulig (45,SPD).  © Thomas Türpe.

9.22 Uhr: Die Wigardstraße ist aufgrund der Kundgebung dicht

Die Wigardstraße ist aufgrund der Kundgebung dicht.

Die Wigardstraße ist aufgrund der Kundgebung für den Autoverkehr nicht passierbar.
Die Wigardstraße ist aufgrund der Kundgebung für den Autoverkehr nicht passierbar.  © Thomas Türpe

9.15 Uhr: Kundgebung der Bauern vor der Staatskanzlei

Die Bauern haben ihre Traktoren abgestellt und halten nun eine Kundgebung vor der Staatskanzlei ab.

Die Bauern vor der Staatskanzlei.
Die Bauern vor der Staatskanzlei.  © Thomas Türpe
Eva Jähnigen (54, Grüne), die Bürgermeisterin für Umwelt und Kommunalwirtschaft, spricht zu den Bauern.
Eva Jähnigen (54, Grüne), die Bürgermeisterin für Umwelt und Kommunalwirtschaft, spricht zu den Bauern.  © Thomas Türpe

8.50 Uhr: Aktionen in ganz Deutschland zum Auftakt der Grünen Woche

Geplant sind Sternfahrten in Berlin, Stuttgart, Hannover, Nürnberg, Kiel, Schwerin, Rostock, Magdeburg und Halle. Zu den Protesten aufgerufen hat die Bauern-Initiative "Land schafft Verbindung". Die Landwirte demonstrieren für die Interessen der Agrarbetriebe und gegen aus ihrer Sicht zu harte Umweltschutzvorgaben. Für Samstag ist in Berlin zum zehnten Mal eine Demonstration der Initiative "Wir haben es satt!" geplant, an der sich Umwelt- und Tierschützer sowie Landwirte beteiligen wollen.

Die Landwirte kritisieren unter anderem die geplante Verschärfung der Düngeverordnung. Der Protest richtet sich gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, das etwa ein staatliches Tierwohl-Label und ein Aktionsprogramm Insektenschutz mit Einschränkungen beim Pestizide-Einsatz vorsieht. Die Landwirtschaft dürfe nicht mehr länger billiger Rohstofflieferant der Lebensmittelindustrie sein.

8.40 Uhr: Die Bauern machen klar, was sie wollen

Die Botschaften der Bauern werden an ihren Traktoren mehr als deutlich! An einem Gefährt hängt symbolisch der Bauer/die Landwirtschaft am Galgen. Auf einem anderen Transparent steht: "Eines sollt Ihr nie vergessen, Bauern sorgen für das Essen!"

Hier wird klar, worum es den Bauern geht.
Hier wird klar, worum es den Bauern geht.  © Thomas Türpe
Ein Bauer bzw. die Landwirtschaft hängt hier symbolisch am Galgen.
Ein Bauer bzw. die Landwirtschaft hängt hier symbolisch am Galgen.  © Thomas Türpe

8.31 Uhr: Die Lage ist ruhig, nur die Wigardstraße ist gesperrt

Man kann überall gut an den Traktoren vorbei. Hier auf der Marienbrücke.
Man kann überall gut an den Traktoren vorbei. Hier auf der Marienbrücke.  © Thomas Türpe

8.13 Uhr: Größte Bauern-Demo heute in Nürnberg erwartet

Die deutschlandweit größte Bauern-Demo wird heute in Nürnberg erwartet. Dort geht von 9.30 Uhr bis 13 Uhr an gar nichts mehr.

8 Uhr: Polizeisprecher Stefan Grohme: "Die Verkehrssituation stellt sich entspannt dar!"

Polizeisprecher Stefan Grohme sagt TAG24 am Telefon: "Die Verkehrssituation stellt sich entspannt dar. Es gibt keine größeren Behinderungen. Alle drei Brücken sind wieder befahrbar. Im Bereich der Marienbrücke kommt es zu kleinen Verzögerungen. Eine endgültige Entwarnung können wir natürlich nicht geben. Bei der Abfahrt der Traktoren ist wieder mit Behinderungen zu rechnen", so Grohme. Gegen 12 Uhr wollen die Bauern die Stadt wieder verlassen.

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