Dresdner Ehrenbürger: Das bleibt von Manfred von Ardenne

Manfred Baron von Ardenne (20. 
Januar 1907-26. Mai 1997) war Erfinder, Forscher und Naturwissenschaftler. Vor 
20 Jahren starb er in Dresden.
Manfred Baron von Ardenne (20. Januar 1907-26. Mai 1997) war Erfinder, Forscher und Naturwissenschaftler. Vor 20 Jahren starb er in Dresden.  © Steffen Füssel

Dresden - Einzigartiger Forscher, Erfindergeist und erfolgreicher Unternehmer: Trotz Weltkriegen und Diktaturen gelang Manfred von Ardenne (1907-1997) ein einzigartiges Forscherleben. Mit 600 Patenten legte der Dresdner Ehrenbürger den Grundstein für die bis heute erfolgreiche Dresdner „Von Ardenne GmbH“. Gestern (26. Mai) vor 20 Jahren starb das Genie in Dresden.

Ob elektrischer Fernseher (1931), Rasterelektronenmikroskop (1937) oder Sauerstoff-Therapie (1972): Seine Erfindungen in der Physik, Funk-, Fernsehen- und Medizintechnik sind bis heute wegweisend. Schon mit 16 Jahren hielt von Ardenne sein erstes Patent in Händen. Seine Eltern förderten ihn, richteten ihm mit 17 Jahren ein eigenes Labor in Berlin ein.

Während der NS-Zeit betrieb er Radar- und Atomforschung, hatte ein eigenes Institut in Berlin.





Auf dem Weißen Hirsch an der Plattleite stehen die berühmte Sternwarte und 
die Villa des Forschers.
Auf dem Weißen Hirsch an der Plattleite stehen die berühmte Sternwarte und die Villa des Forschers.  © Steffen Füssel

Nach Kriegsende verpflichtete ihn die sowjetische Führung, am sowjetischen Atomprogramm mitzuforschen. Von Ardenne willigte ein, sein komplettes Institut wurde nach Sochumi ans Schwarze Meer verlagert. Fast 10 Jahre verbrachte er mit anderen deutschen Wissenschaftlern in der Sowjetunion. Für die Mitentwicklung der Wasserstoffbombe erhielt er den Stalin-Preis und Geld, welches er nach seiner Rückkehr (1955) für den Aufbau des einzigen privaten Forschungsinstituts in der DDR nutzte: Das Dresdner Ardenne-Institut mit Sitz am Weißen Hirsch.

Die Amerikanischen Geheimdienste spionierten dem Wissenschaftler stets hinterher, folgten ihm in die Sowjetunion und nach Dresden. In einer geheimen CIA-Akte, die erst 2010 veröffentlicht wurde, heißt es über das Dresdner Institut und von Ardenne: „Staatliche Hilfen bekam er nur in Form von Forschungsaufträgen der Deutschen Akademie der Wissenschaften. Der Großteil seiner Forschung und Entwicklung geht auf Eigeninitiative, eigenes Risiko und eigene Kosten zurück.“

Bis ins hohe Alter beteiligte sich von Ardenne an der Forschung, sorgte sich um die Aufteilung seines Lebenswerks.

Von Ardenne forschte nach dem 
Zweiten Weltkrieg zehn Jahre lang in der Sowjetunion, arbeitete in diesem 
Institut in Sochumi am Schwarzen Meer.
Von Ardenne forschte nach dem Zweiten Weltkrieg zehn Jahre lang in der Sowjetunion, arbeitete in diesem Institut in Sochumi am Schwarzen Meer.  © Ulrich Heyden
1955 gründete Manfred von Ardenne 
das Dresdner Ardenne-Institut mit Sitz am Weißen 
Hirsch.
1955 gründete Manfred von Ardenne das Dresdner Ardenne-Institut mit Sitz am Weißen Hirsch.  © Steffen Füssel
20 Jahre nach seinem Tod ist sein Lebenswerk aufgeteilt in drei 
Firmenbereiche. Die Firmen sind weltweit erfolgreich.
20 Jahre nach seinem Tod ist sein Lebenswerk aufgeteilt in drei Firmenbereiche. Die Firmen sind weltweit erfolgreich.  © Steffen Füssel




Das Grab des Forschers befindet sich auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch.
Das Grab des Forschers befindet sich auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch.  © Steffen Füssel

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