Die Legende lebt! Im Luisenhof wird wieder groß aufgetischt

Der grandiose Blick von der Terrasse.
Der grandiose Blick von der Terrasse.  © Eric Münch

Dresden - Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht. Gerade im Luisenhof. Denn nach langer Zeit des Bangens besteht jetzt Gewissheit: Es wird wieder ein großes Restaurant geben! Start im Mai.

"Ich denke, dass ein Eröffnungstermin 1. Mai 2018 realistisch ist", sagt Joel Rosenberg (28). Der Makler betreut die Vermietung und vertritt zugleich die Luisenhof-Eigentümer aus Aachen. "Der Bauantrag ist unterwegs. Jetzt liegt der Ball bei der Bauaufsicht der Stadt."

Zur Erinnerung: Juni 2015 war mit Armin Schumann der letzte Wirt ausgezogen. Vorher wechselte der "Balkon von Dresden" bei einer Zwangsversteigerung für 1,8 Millionen Euro den Besitzer, ausgenommen die Wohnungen in der ehemaligen Katakomben-Tiefgarage, die einer anderen Eigentümergemeinschaft gehören.

Erst seit dieser Saison wird die Terrasse wieder bewirtschaftet: Mit Unterstützung der Aacher haben der Franzose Matthieu Caziot (32) und der Neuseeländer Nick Murphy (49) ein Freiluftangebot aufgebaut, die durch interessante Küche, originelle Getränkekarten und durch internationalen Service glänzt. Das Projekt sollte nur bis September laufen. "Doch wir verlängern", sagt Matthieu freudig. "Bis Oktober, vielleicht sogar bis Winter." Dafür sollen die Öffnungszeiten auf 10.00 - 20.00 Uhr verlegt werden (jetzt 11.00 bis 22.00 Uhr).

Richtig spannend wird’s aber im Haupthaus. Denn statt Wohnungen und damit nur eine halb so großen Gastro-Fläche, wie zuletzt geplant, soll das künftige Restaurant fast wieder die alte Fläche einnehmen. "Nur die Bar im Parterre und eine Ecke im östlichen Teil der Gaststube fallen weg", so Rosenberg. Selbst die Bestuhlung der Balkons ist dem künftigen Wirt theoretisch erlaubt. Den gibt es bereits, aber er ist noch geheim.

Die Unterzeichnung des Mietvertrags steht bevor.

Erbaut wurde das Gasthaus 1894/95.
Erbaut wurde das Gasthaus 1894/95.  © Eric Münch

Die Geschichte des bekannten Gasthauses:

Erbaut wurde das Gasthaus 1894/95, parallel zur Standseilbahn. 1930 kam der Luisenhof schlagartig in der Moderne an - Tiefgarage, Autoaufzug, Café-Terrassen und Gastroräume im Bauhaus-Stil laden ein.

1956 wurde der Luisenhof zur Todesfalle: Bei einem Brand starb Helga Voigt, die Tochter der Pächter, an Rauchvergiftung.

1992 Schließung, 1997 Sanierung und Neueröffnung. Es werden Eigentumswohnungen eingebaut, ein Restaurant entsteht wieder. Doch der Saal verschwindet, ebenso die Tanz-Bar samt original 1930er-Möbeln.

Der große Luisenhof hat übrigens noch eine uneheliche Schwester, den Kleinen Luisenhof: So wird die Weinbergbaude auf der Weinbergstraße hoch über Trachenberge genannt.

An dieser Seite sind die Fenster des früheren Gastraums mit Fotomotiven verklebt, denn drinnen sieht es nach Baustelle aus.
An dieser Seite sind die Fenster des früheren Gastraums mit Fotomotiven verklebt, denn drinnen sieht es nach Baustelle aus.  © Eric Münch
Inhaber Nick Murphy (49)
Inhaber Nick Murphy (49)  © Eric Münch

Titelfoto: Eric Münch


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