"Voll gruselig!" Dresdner genervt von Kindern in Straßenbahnen

Seit dem ersten Dezember sagen Kinder einige der Haltestellen in Dresden an.
Seit dem ersten Dezember sagen Kinder einige der Haltestellen in Dresden an.  © Eric Münch

Dresden - Da wird sich der ein oder andere am Freitag ganz schön erschrocken haben: Statt der beruhigenden und (was einigen Fahrgästen besonders wichtig ist) gewohnten Ansage der Haltestellen tönen plötzlich Kinderstimmen durch die Tram.

"Nächste Haltestelle Albertplatz - Erich Kästner Museum", "Pirnaischer Platz" oder "Hauptbahnhof - Übergang zum Fern- und Regionalverkehr": Normalerweise werden die DVB-Fahrgäste von den Sprechern Conny Grotzsch und Hans-Dieter Leinhos über die nächste Haltestelle informiert.

Vom 1. Dezember bis zum 3. Januar haben sich die Dresdner Verkehrsbetriebe jedoch etwas Besonderes überlegt: "Wusstet Ihr schon, dass ab morgen Kinderstimmen in unseren Bahnen und Bussen für Abwechslung sorgen", kündigten die DVB am Donnerstag auf Facebook an.

Ganze 15 Haltestellen haben ein Mädchen und zwei Jungs neu eingesprochen. Die Knirpse haben sich beim Casting zum "Superansager", das zum Tag der offenen Tür im Betriebshof Gorbitz stattfand, gegen die Konkurrenz durchgesetzt und durften unter professioneller Anleitung im Tonstudio vors Mikro treten.

Nicht bei jedem sorgt das Ergebnis für vorweihnachtliche Verzückung!

Die süßen DVB-Superansager

Die Kinderstimmen sollen für Abwechslung sorgen, doch bei vielen herrscht eher Genervtheit.
Die Kinderstimmen sollen für Abwechslung sorgen, doch bei vielen herrscht eher Genervtheit.  © 123RF

Auf Facebook und Twitter machen genervte Fahrgäste ihrem Ärger Luft!

"Voll gruselig", schreibt einer, der sich wohl auch zunächst erschrocken hat, als die Stimmen aus dem Lautsprecher tönten.

"Ich hoffe doch das ist nur in der Adventszeit! Kann mir bitte noch wer sagen, welche 15 Haltestellen, damit ich da einen Bogen drum machen kann", will ein anderer wissen.

Die Kinder einfach "zu umfahren" wird wohl schwierig, denn die Haltestellen sind die meist frequentierten in ganz Dresden...

"Die Ansagen waren einfach viel zu laut! Wenn das so bleibt, ist es leider nur nervig", beschwert sich ein Dresdner bei der Facebook-Seite der DVB. Mit der Lautstärke haben wohl auch andere Fahrgäste Probleme, besonders jene, die vielleicht noch ein bisschen Ruhe beim Pendeln genießen wollen.

"Also früh um 5:45 ist es teilweise echt anstrengend, da die durchsagen deutlich lauter sind wie die normalen. In der Innenstadt hat heute früh sicherlich keiner in der bahn geschlafen", witzelt eine andere.

Doch es gibt auch Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, denen die Überraschung gefällt! "Hat was und ist echt angenehmer", meint einer. Und auch Fahrgast Sylvia lobt die Aktion: "Hach, schön...plötzlich hatten 98 % der Passagiere ein breites Lächeln im Gesicht! TOP DVB".

Bis zum 3. Januar sind die Stimmen noch zu hören. Neu ist das Konzept übrigens nicht. Unter anderem in Bamberg und Weimar werden die Anzeigen bereits von Kindern gesprochen.


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