Gorbitz-Canaletto Roland Schwenke: "Ich wohne in einem Denkmal"
Dresden – Seit über 25 Jahren ist Roland Schwenke (64) in der Platte am Leutewitzer Ring 31 zu Hause. Der gelernte Koch lebt seit Jahren als royaler Maler, hat Sachsens Schlösser gemalt und porträtiert den Prinzen zur Lippe.
Jetzt residiert der "Gorbitzer Canaletto" fast schon standesgemäß in Dresdens erstem Platten-Denkmal.
Stuck an der Decke, majestätische Gemälde wohin man schaut - und doch befindet sich alles in einer echten Ost-Platte: Die Fenster zum Balkon sind noch original, das Treppenhaus samt Eingangstür ist unsaniert.
Denkmalwürdig machen die Platte vom Typ WBS 70/1440 die noch original erhaltenden "Keramikbänder". Weil das Haus im damals neu entstehenden Gorbitzer Zentrum gebaut wurde, wurden die Fassade durch im Kohlebrandverfahren hergestellte Keramiktafeln veredelt. Zum ersten Mal überhaupt wurde die Platte hier auch höhenversetzt gebaut.
Seit wenigen Wochen steht das Haus nun unter Denkmalschutz - im letzten Moment, bevor eine komplette Sanierung den historischen Wert zerstört hätte.
"Ich bin schon stolz, in der ersten Denkmal-Platte zu wohnen. Wir haben mit unseren Arbeitsstunden Gorbitz mit aufgebaut. Die heute riesigen Bäume an den Gleisen habe ich gepflanzt", so Roland Schwenke.
Titelfoto: Holm Helis