Vor seinem Urteil grinst der Holocaust-Leugner

Dresden - Den Jahrestag der Bombardierung Dresdens nutzen alljährlich auch Rechtsradikale für ihre Aufmärsche. Im Vorjahr war Alfred Schäfer (63) unter den Rednern einer Nazi-Demo. Am Zwingerteich leugnete er den Holocaust.

Holocaust-Leugner Alfred Schäfer (63) hat vor Prozessbeginn noch gut Lachen.
Holocaust-Leugner Alfred Schäfer (63) hat vor Prozessbeginn noch gut Lachen.  © Ove Landgraf

Schäfer polterte vor Hunderten Menschen über die "Holocaust-Lüge", sprach davon wie der Film "Schindlers Liste" (1993) die Sicht auf die Geschichte angeblich verfälscht. Die Rede wurde von der Polizei gefilmt und der Redner wegen Volksverhetzung angeklagt. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft!

Tage vor Prozessbeginn forderte Nikolai Nerling (37, in der rechten Szene bekannt als "Volkslehrer") im Internet Gleichgesinnte auf, Schäfer zu unterstützen. Unter verschärften Sicherheitskontrollen wurden Freitag etwa 30 Schäfer-Unterstützer in den Saal gelassen.

Einige mussten mehrfach zur Ordnung gerufen werden. Einer flog sogar wegen dauernder Zwischenrufe raus und bekam ein Ordnungsgeld (900 Euro) aufgebrummt.

Der im bayerischen Tutzing lebende Schäfer nutzte den Gerichtssaal als seine Bühne. "Ich erkenne das Gericht nicht an! Das hier ist eine Inquisition und ich stehe am Pranger", tönte er.

Der Richter ließ sich davon aber nicht beeindrucken und verurteilte den Angeklagten zu 5000 Euro Strafe!

Titelfoto: Ove Landgraf


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