Stellenabbau: IKK will sich gesund schrumpfen

Die IKK-Zentrale in der Dresdner Albertstadt.
Die IKK-Zentrale in der Dresdner Albertstadt.  © Norbert Neumann

Dresden - Zeitenwende bei der IKK classic. Die Krankenkasse krempelt ihre Struktur in Sachsen komplett um, wird moderner, schlanker - was aber auch ein Schrumpfprogramm mit sich bringt.

"Wir stellen uns umfassend neu auf", sagt Sven Hutt, Landesgeschäftsführer der IKK classic. "Aus zwölf Regionaldirektionen werden sechs." Die durchschnittlichen Öffnungszeiten der Servicecenter sollen von momentan 24,6 Stunden pro Woche auf 38,1 Stunden steigen, die telefonische Erreichbarkeit von 70 auf 90 Prozent. Eine Online-Geschäftsstelle wird eingerichtet.

"Je Regiodirektion gibt es einen mobilen Berater, der bei Bedarf nach Hause kommt", kündigt Hutt an. Für die Handwerker unter den Mitgliedern ist ein Betreuungskonzept geplant.

Andererseits verlieren Regionalstellen ihren Status, darunter eventuell Meißen und Bischofswerda - sie werden Geschäftsstellen. Die Ballung werde "einigen einiges abverlangen", so Sprecherin Andrea Ludolph.

Treibt den Umbau voran: Sven Hutt, Landesgeschäftsführer der IKK Classic.
Treibt den Umbau voran: Sven Hutt, Landesgeschäftsführer der IKK Classic.  © Eric Münch

Die Krankenkasse mit momentan 495.000 Versicherten allein im Freistaat ist aus Fusionen innerhalb der Bundes-IKK auf Ebene mehrerer Bundesländer hervorgegangen.

Die Zentrale der neuen Länder-IKK sitzt in Dresden.

Das Ballungsprogramm hat die Zielmarke 2020. Ihm sollen bundesweit 1000 Mitarbeiter zum Opfer fallen. Wie viele es in Sachsen sind, weiß Hutt vorgeblich (noch) nicht. Momentan hat er mehr als 1600. "Aber es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen. Wir federn das über natürliche Fluktuation ab. Mitarbeiter, die längere Wegstrecken bekommen, werden unterstützt. Und nicht jeder MUSS einem Standortwechsel zustimmen." Auch von Abfindungen ist die Rede.

Tatsächlich geschieht der Umbau in Abstimmung mit den Personalvertretungen und dem Gesamtpersonalrat. Jüngst gab es Mitarbeiterversammlungen und eine Sonderzeitung zum Thema. Trotzdem bleiben Unsicherheiten - gepaart mit Hoffnungen.

Eine Mitarbeiterin der gehobenen mittleren Ebene: "Hier sind nach den Fusionen Wasserköpfe entstanden."

Die würden nun hoffentlich auch aufgelöst.

IKK-Sachsen-Chef Sven Hutt (re.) rechnet TAG24-Redakteur Torsten Hilscher die Pläne vor.
IKK-Sachsen-Chef Sven Hutt (re.) rechnet TAG24-Redakteur Torsten Hilscher die Pläne vor.  © Eric Münch

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